Erstellt am 23. Januar 2012, 00:00

Das System funktioniert. WERNER LUKS, Präsident der NÖ Apothekerkammer.

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NÖN: Der NÖ Landtag will die Bedingungen zur ärztlichen Hausapotheke ändern. In ihrem Antrag ist die Rede von der Schaffung von Rahmenbedingungen für eine optimale Gesundheitsversorgung. Was sagen Sie dazu?

Werner Luks: Die Apothekerkammer bekennt sich zum derzeitigen System. Es hat sich gezeigt, dass es gut funktioniert. Diese Initiative wurde nur gesetzt, um manchen Ärzten einen zusätzlichen Verdienst zu verschaffen. Es gibt in NÖ 230 öffentliche Apotheken und 275 Ärzte mit Hausapotheke – hier von einer Unterversorgung zu sprechen ist ein Verkennen der Situation. In ganz Europa gibt es 1700 Ärzte mit Hausapotheke. Davon 950 in Österreich, 275 in NÖ. Es ist erschütternd, wie Landespolitiker auf das Lobbying von manchen Ärztevertretern ansprechen. Ich bin verwundert, dass sich die Politiker nicht einmal bei der Apothekerkammer dazu erkundigt haben. Und ich bin empört, weil damit auch Frauenarbeitsplätze gefährdet sind. Da durch eine gesetzliche Änderung öffentliche Apotheken schließen müssten.

NÖN: Die Antragsteller befürchten, dass manche Ordinationen ohne Hausapotheke keinen Nachfolger finden. Eine berechtigte Angst?

Luks: Keine einzige Ordination hat nicht nachbesetzt werden können – Auskunft NÖ Gebietskrankenkasse. Wenn der hohe Landtag die Gesundheitsdienstleistungen verbessern will, gibt es auch viele andere Vorschläge. Zum Beispiel die Ordinationszeiten patientenfreundlicher zu gestalten. Ärzte haben ordinationsfreie Tage. Apotheken haben die Betriebspflicht. Also, keine Urlaube, Krankenstände usw. Wir sind rund um die Uhr erreichbar. Will man das alles gefährden?