Erstellt am 12. September 2011, 07:46

Dem Darm zuliebe. VORSORGE / Gesund leben und ab 50 zur Darmspiegelung! So lautet die Devise für alle, die Darmkrebs verhindern wollen.

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VON CHRISTINE HAIDERER

Jedes Jahr erkranken in Österreich rund 5000 Menschen an Dickdarmkrebs, etwa die Hälfte von ihnen stirbt daran.
Viele dieser Krebsfälle könnten aber verhindert werden. Denn: Bei 90 Prozent der Fälle gibt es zunächst gutartige Polypen, aus denen erst nach Jahren Darmkrebs entsteht. Jahre, in denen man die Polypen finden und entfernen kann.

Wie ein Auto durch den Tunnel
Möglich ist das im Rahmen einer Kolonoskopie (Koloskopie, Darmspiegelung). Es ist wie mit einem Auto durch einen Tunnel zu fahren und die Wände zu begutachten, beschreibt Martin Pecherstorfer, Leiter der Hämatologisch-Onkologischen Dienstes am Landesklinikum Krems. Der Tunnel ist der Darm, das Auto ein zeigefingerdicker und eineinhalb Meter langer Schlauch. In ihm verborgen ist auch eine Metallschlinge. Wird ein Polyp gesichtet, wird die Schlinge angeheizt und der Polyp weggezwickt. Alle Polypen werden entfernt und danach untersucht.
Wann ist es sinnvoll, zur Kolonoskopie zu gehen?

- „Mit 50 sollte man eine Basisendoskopie durchführen“, rät Pecherstorfer. Weil ab diesem Alter die Wahrscheinlichkeit zu erkranken überproportional steigt. Ist alles o.k., folgt die nächste sieben bis zehn Jahre danach.
- Wenn es Fälle in der Familie gibt, sollte man dementsprechend früher gehen.
- Wenn Blut im Stuhl auftaucht oder nachgewiesen wird. Allerdings: „Nicht jeder, der Blut im Stuhl hat, hat Krebs.“ Immerhin kann es auch von eingerissener Analschleimhaut stammen. Aber: „Man muss es abklären lassen“, rät der Vorsitzende des Tags der Darmgesundheit.
- „Der Wechsel von Durchfall und Verstopfung kann auch ein Hinweis sein.“ Wobei Stuhlgewohnheiten individuell sehr verschieden sind, und es dafür auch andere Ursachen geben kann (Stress usw.). Dennoch sollte man es sich anschauen lassen. „Die Abklärung dient dazu, Krebs auszuschließen. Bei den meisten Untersuchungen gibt es keinen Nachweis von Krebs.“

Übrigens: Krebs vorbeugen kann man durch einen gesunden Lebensstil: kein Übergewicht, Alkohol in Maßen, kein Nikotin. Und: „Wichtig ist, dass der Stuhlgang regelmäßig ist“, so Pecherstorfer. Weil im Stuhl Giftstoffe sind. „Je regelmäßiger sie ausgeschieden werden, desto weniger Chancen haben sie Schaden anzurichten.“ Daher sollte man sich bewegen sowie fettarm und ballaststoffreich essen (viel pflanzliche Lebensmittel). Ballaststoffe binden krebserregende Stoffe im Stuhl, erhöhen das Stuhlvolumen und verringern so die Konzentration dieser Stoffe.