Erstellt am 28. Februar 2011, 07:45

Den Schutz bewahren. UNVERTRÄGLICHKEIT / Kunstfasern & Farbstoffe können Entzündungen und allergische Reaktionen hervorrufen. Achtung vor allem bei Kindern.

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„Hautreizungen durch Textilien entstehen häufiger, als man langläufig annehmen mag“, weiß Herwig Melbinger, Hautarzt mit Praxis in St. Pölten. Zwar kann in manchen Fällen das Waschmittel der Auslöser sein. Melbinger: „Erfahrungsgemäß ist es aber eher die Kleidung, die zu Unverträglichkeitsreaktionen führt.“

Vor allem synthetische Kunstfasern reizen die Haut
Und gerade Kinder können da empfindlich reagieren: „Kinderhaut ist weniger widerstandsfähig“, weiß Melbinger, „Erwachsene haben im wahrsten Sinne des Wortes eine ‚dickere Haut‘“.
Auch Menschen, die zu Hautproblemen neigen (z.B. mit Anlage für Neurodermitis), sind anfälliger für Reaktionen. Kunstfasern etwa erzeugen aufgrund ihrer geringen Luftdurchlässigkeit häufig Wärmestaus – vor allem in der Unterwäsche: „Sitzt man dann noch auf einem Plastiksessel, lässt das nicht-atmungsaktive Gewebe Bakterien in die Haarfollikel einwandern. Vor allem im Gesäßbereich kann es da zu unangenehmen Entzündungen kommen“, so Melbinger.

Allergische Reaktionen werden außerdem vermehrt durch dunkle und synthetische Farbstoffe ausgelöst, die sich in Jeans und Unterwäsche finden. „Darin ist Nickel enthalten. Etwa 30 % der Bevölkerung haben eine Nickel- & Kobalt-Allergie. Bei bestehender Allergie ist damit zu rechnen, dass die Haut gereizt reagiert“, so Melbinger. Ausschläge am Körper können die Folge sein. Je anliegender und dunkler das Kleidungsstück, umso höher die Gefahr. Was also tun? Melbinger: „Es ist sinnvoll, synthetische und in der Herstellung nicht kontrollierte Ware zu vermeiden. Baumwolle, möglichst wenig behandelt, ist zu empfehlen.“ Und: „Besonders im Winter darauf achten, dass die Haut nicht zu sehr austrocknet – vor allem bei Kindern. Wenn sie gepflegt ist, bietet sie auch guten Schutz.“ Ölbäder und indifferente Hautpflege (z. B. Cremes) helfen überdies.