Erstellt am 03. Januar 2011, 07:02

Der Morgen danach. KATER / Vorher etwas essen, nachher etwas Wasser, und schon kann man die Symptome etwas lindern.

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VON CHRISTINE HAIDERER

So lustig eine feuchtfröhliche Ballnacht im Fasching auch sein kann, so grausam ist der nächste Morgen … Kopfweh, Sodbrennen, ausgetrockneter Rachen.
Ein Grund für das Kopfweh ist: „Alkohol hat einen Effekt auf die Hypophyse“, erläutert Michael Freissmuth, Vorstand des Instituts für Pharmakologie an der Medizinischen Uni Wien. Er unterdrückt die Freisetzung von Hormonen, die in der Hirnanhangdrüse gespeichert werden. Wie das antidiuretische Hormon. Dadurch verliert der Körper wesentlich mehr Wasser als sonst und der Rachen trocknet aus.

Mindestens einen halben Liter Wasser trinken vorm Schlafengehen. „Noch besser ist ein Liter.“ Dann kann es aber sein, dass man öfter aufs Klo muss. Sehr gut ist es auch, wenn man Wasser gleich zum Wein trinkt.

Alkoholqualität. Kopfweh fördernd sind auch Fuselstoffe, wie sie in Schnaps, Bier oder Wein vorkommen. Kaum vorhanden sind diese Kopfwehproduzenten hingegen in Wodka.

Vorher etwas essen. Egal ob rohes Ei, ein Löffel Olivenöl oder Fleisch – „das ist alles gut, weil es schwer im Magen liegt“. Wer vor dem Fortgehen gut isst, wird nicht so schnell betrunken. Zudem wird durch fett- und proteinreiches Essen der Alkohol nicht so schnell aufgenommen.

Katerfrühstück (Eier, Majonnaise, Kaviar, Gulasch) eignet sich eher für den Morgen danach. Es hilft gegen die Übersäuerung des Magens. Also, gegen Sodbrennen und Bauchweh. Nicht gut ist Süßes, weil Zucker die Säure steigert.

Aus der Medikamentenlade. Für einen kurzfristigen Effekt gegen Sodbrennen helfen auch H2-Blocker und gegen Kopfweh Acetylsalicylsäure (Aspirin …). Allerdings sollte man bei Letzterem nicht übertreiben und es erst nehmen, wenn man tatsächlich Kopfweh hat, da Acetylsalicylsäure schlecht für den Magen ist. Im Extremfall: „Bei wiederholtem Gebrauch und starken Getränken kann es zu Magenblutung führen.“

Schnaps ist Schnaps. Apropos starke Getränke: Der alt bekannte Verdauungsschnaps regt nicht die Verdauung an, er betäubt nur die Nervenzellen der Magenschleimhaut, verursacht also eine „Narkose des Magens“.

Frühstück & gehen. Darüber hinaus empfiehlt Barbara Puchberger, Ernährungswissenschafterin der Initiative „Gesundes Niederösterreich“: „Sollten sich die Katersymptome am Morgen eingeschlichen haben, so können reichlich Mineralwasser und gespritzte Obst- und Gemüsesäfte Linderung verschaffen. Auch ein Frühstück in Form von Eintopf, Salzgurken oder belegten Broten hilft, Mineralstoffverluste auszugleichen. Ein Spaziergang in freier Natur schafft Ausgleich zum Feiern, und Sie fühlen sich nachher erholt.“

Zu viel kann teuer werden. Wenn man zur Ausnüchterung ins Spital eingeliefert wird, muss man die Kosten selbst zahlen, warnt die Arbeiterkammer NÖ, und die können bis zu 700 Euro pro Tag betragen. „Nur wenn eine Behandlung notwendig und unaufschiebbar ist, wird sie von der Krankenkasse übernommen“, informiert AKNÖ-Sozialrechtsexperte Josef Fraunbaum.