Erstellt am 22. August 2013, 10:00

Der Patient im System. Gute Beispiele /  Die Gesundheitsreform ist beschlossen. Jetzt geht es um die Ausgestaltung. Patientenanwalt, Wirtschafts- und Arbeiterkammer wollen den „Patienten im Mittelpunkt“.

Von Christine Haiderer

Wesentlich für Patienten sind etwa Information und Transparenz. „Patienten benötigen valide und leicht verständliche Informationen und Hilfestellungen, um die für sie richtigen gesundheitlichen Entscheidungen treffen zu können“, so Patientenanwalt Gerald Bachinger.

„Eine kleine Revolution in Österreich“

Zum Beispiel soll es erstmals eine telefon- und webbasierte Erstberatung rund um gesundheitliche Fragen geben. Für Bachinger „eine kleine Revolution in Österreich“. Den Arzt ersetzt dieses Service nicht, aber es kann erste Hinweise geben. Wo so ein Konzept schon funktioniert, ist etwa das britische „nhs direct“. Neben einer Hotline lässt sich dabei online auch nach Symptomen suchen.

Wichtig für Patienten ist auch das medizinische Ergebnis einer Behandlung, also Qualitätskriterien, wie medizinische Qualität, Patientensicherheit … Für die Bewertung von Gesundheitseinrichtungen gibt es ebenfalls schon gute Beispiele, wie etwa die weiße Liste der Bertelsmann Stiftung oder www.qualitaetskliniken.de .

Ebenfalls wichtig ist es laut Bernhard Rupp von der Arbeiterkammer NÖ, dass Patienten erfahren können, wo es überhaupt Hilfe gibt, und das nicht nur in Deutsch. Zudem ist es wichtig, dass Patienten mit chronischen Krankheiten begleitet werden, mit Hilfe von Menschen und Technik.

Spaß an Bewegung muss mehr ins Zentrum rücken

Übrigens gibt es auch dazu gute Beispiele, zum Beispiel in Israel. Und eine große Rolle spielt die Eigenverantwortung. Dazu gehört es, Ernährung, Bildung, Wohnbedingungen … zu verbessern. Es geht um Lebensstil, Umwelt, das Wissen um Zusammenhänge.

Und was den gesunden Lebensstil, mehr Bewegung usw. betrifft, gilt: „Weg von den Empfehlungen.“ Stattdessen ist es Rupp zufolge wichtig, den Spaß etwa an der Bewegung ins Zentrum zu rücken. Apropos, in Sachen mehr gesunde Lebensjahre plädiert Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit in der Wirtschaftskammer, unter anderem für mehr Gesundheitsförderungsprogramme bereits im Kindergarten und in der Volksschule.