Erstellt am 07. Februar 2011, 08:55

Der Zappelphilipp. ELISABETH HOFER, Psychotherapeutin aus Gänserndorf, über Kinder mit Konzen-trationsproblemen.

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Kinder, die nicht in der Lage sind, ihre Aufmerksamkeit über einen längeren Zeitraum aufrecht zu erhalten, denen es nicht gelingt, konzen-triert am Unterricht teilzunehmen, die ständig unruhig sind und den Lehrern unangenehm auffallen, leiden möglicherweise an einem Aufmerksamkeitsdefizithyperaktivitätssyndrom, AD(H)S.

Heutzutage gibt es entsprechende psychologische Verfahren, mit denen es gut möglich ist, festzustellen, ob ADHS vorliegt. Interessant ist, dass gleich viele Buben wie Mädchen von einem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) betroffen sind, dass die Kombination mit hyperaktivem Verhalten (ADHS) jedoch bei den Jungen dominiert. ADHS hat eine Auswirkung auf das Verhalten eines Kindes, oftmals gelingt es Kindern mit dieser Beeinträchtigung nicht, sich in der Klasse entsprechend zu integrieren. Wichtig: Kinder mit ADHS sind genauso intelligent wie gesunde Kinder!

Obwohl häufig zu Schulbeginn diagnostiziert, kann ADHS oftmals auch im Erwachsenenalter noch bestehen. Ursachen für das Auftreten dieser Erkrankung sind oftmals frühkindliche Traumen – wie beispielsweise frühe Trennungen nach der Geburt, aber auch schwere familiäre Belastungen oder Störungen der Interaktion zwischen Mutter und Kind. Aber auch organische Ursachen, wie Komplikationen während der Schwangerschaft oder bei der Geburt, können dazu führen, dass neuronale Verbindungen im Gehirn nicht entsprechend ausgebildet werden und eine Disposition für ADHS entsteht.

Die Ursachen sind vielfältig, auch über die Behandlung sollte individuell nach Diagnosestellung entschieden werden. Oftmals wird eine psychotherapeutische Behandlung – unter Einbeziehung der Eltern empfohlen, gelegentlich bedarf es auch einer medikamentösen Unterstützung.


Elisabeth.hofer@kabsi.at

Elisabeth Hofer istMitglied des Landesverbands für Psychotherapie (NÖLP), www.psychotherapie.at/noelp