Erstellt am 14. Oktober 2013, 13:20

Diabetes und erhöhtes Cholesterin nehmen zu. Der Raucheranteil steigt in Niederösterreich an, Diabetes und erhöhte Cholesterinwerte sind im Vormarsch.

Das sind die negativen Erkenntnisse aus der im Frühjahr in Apotheken im Bundesland durchgeführten Aktion "10 Minuten für meine Gesundheit", für welche die (anonymen) Daten von mehr als 6.000 Personen wissenschaftlich analysiert wurden. Rückläufig im Vergleich zur Vorgänger-Aktion 2006 seien Bluthochdruck und Fettleibigkeit, hieß es bei der Präsentation am Montag in St. Pölten.

Ziel der Screeningaktion sei es, die Risikofaktoren - wie etwa Bauchumfang als Parameter für Herz-Kreislauferkrankungen - zu erkennen, zu vermeiden und zu behandeln, sagte Heinz Haberfeld, Präsident der NÖ Apothekerkammer.

Hohe Dunkelziffer

Oft wüssten die Menschen gar nicht, ob sie erhöhten Blutdruck oder -zucker haben. Laut Helmut Sinzinger vom AKH Wien liegt die Dunkelziffer bei Hypertonie bei "erschreckenden" 55 Prozent. Allein im Rahmen der Aktion wurden 259 Diabetiker neu entdeckt. 40.000 Menschen würden pro Jahr an vermeidbaren Krankheiten sterben, erläuterte Harald Kritz, ärztlicher Leiter des Rehabilitationszentrums Engelsbad (Baden). Die "stillen Killer" erkennen sei wichtig, oft genüge ein anderer Lebensstil durch gesündere Ernährung und mehr Bewegung, unterstrich Gerhard Hutter, Obmann der NÖ Gebietskrankenkasse (NÖ GKK) die Bedeutung dieses niederschwelligen Angebotes und verwies auf Präventionspakete der NÖ GKK.

Kritz und Sinzinger haben die Ergebnisse ausgewertet. 45 Prozent aller untersuchten Personen wurden aufgrund ihrer schlechten Werte an Ärzte verwiesen. Gegenüber 2006 stieg der Raucheranteil "dramatisch" um acht Prozent - von 26 auf 34 Prozent, Diabetes kletterte von sechs auf neun, Cholesterin von 52 auf 56 Prozent, während Hypertonie von 53 auf 41 und Fettleibigkeit von 52 auf 46 Prozent sanken. Erhoben wurden auch geschlechts- und altersspezifische sowie regionale Unterschiede. Demnach zählt etwa das südliche Niederösterreich die meisten Raucher.

Zu hohe Cholesterinwerte

Die Cholesterinwerte sind bei Frauen höher als bei Männern, mehr als zwei Drittel der 60- bis 69-Jährigen weisen stark erhöhte Werte auf - Gefäßverkalkung ist die Folge und kann zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen. 59 Prozent der 51- bis 70-Jährigen haben dem Body-Mass-Index zufolge Übergewicht, Untergewicht ist hingegen insbesondere bei jungen Mädchen ein Problem. Als "alarmierend" wurden die Bauchumfangwerte bezeichnet, denen zufolge 34 Prozent ein Risiko zur viszeralen Fettleibigkeit haben.

Dass die sogenannten "Zivilisationskrankheiten" weiter im Vormarsch seien, sei eine bedenkliche Entwicklung, sah NÖ Gesundheitslandesrat Maurice Androsch (SPÖ) Handlungsbedarf. Gesundheitsvorsorge sei in allen Bereichen der Politik - wie etwa der Bildung - zu verankern. Im NÖ Budget seien Mittel für die Prävention reserviert, sprach er von zielgerichteten Projekten.

Haberfeld kündigte eine am Dienstag startende dreiwöchige Blutdruck-Messaktion in den Apotheken in Wien, Niederösterreich und im Burgenland an. 2014 werden die Apotheken Allergietests durchführen.