Erstellt am 15. November 2010, 00:00

 Diabetes unter.  WELTDIABETESTAG / In NÖ gibt es mehrere Projekte, die sich

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Müdigkeit, Abgespanntheit, Gewichtsverlust, ein starkes Durstgefühl, vermehrter Harndrang, Bauchschmerzen, Hautinfektionen, Sehstörungen – all das kann ein Anzeichen für Diabetes sein.

Schätzungen zufolge leiden rund 600.000 Menschen in Österreich daran, der Großteil an Typ-2-Diabetes. Eine Krankheit, die früher vor allem ältere Menschen mit Übergewicht betraf, mittlerweile aber auch schon Kinder. Egal, in welchem Alter man erkrankt, wichtig ist, dass man sich mit der Krankheit so bald wie möglich auseinander setzt. Denn: Unbehandelt kann Diabetes schwere Folgen haben, wie Niereninsuffizienz, Gefäßerkrankungen (Diabetischer Fuß …) und Augenprobleme.

„Lasst uns Diabetes unter Kontrolle bringen“ lautete das Motto des diesjährigen Weltdiabetestages, aus dessen Anlass Gebäude auf der ganzen Welt am Sonntag in blaues Licht getaucht wurden. Blau – um an den blauen Kreis als weltweites Symbol für Diabetes zu erinnern.

Betroffene schulen, um Folgen zu vermeiden

Hauptthema des Welttages bis 2013 ist „Diabetes Schulung und Prävention“. Nicht ohne Grund. Da Diabetiker 95 Prozent ihrer Versorgung selber leisten müssen, ist es laut Österreichischer Diabetikervereinigung (veranstaltet auch Schulungscamps für junge Diabetiker) besonders wichtig, das sie an ihre Bedürfnisse angepasste, kontinuierliche, qualitativ hochwertige Diabetesschulungen durch Fachkräfte erhalten (www.diabetes.or.at).

Ein Programm für Typ-2-Diabetiker ist „Therapie aktiv“ von NÖ Ärztekammer, Land NÖ und NÖ Gebietskrankenkasse. „Mittlerweile sind mehr als 4000 Diabetiker in das standardisierte Behandlungsprogramm eingeschrieben“, freut sich Johann Jäger, Vizepräsident der NÖ Ärztekammer und einer der ersten Ärzte in NÖ, die am Programm teilnahmen. „Früher mussten die Patienten für zwei Wochen ins Krankenhaus, um ihre Schulungen durchzuführen. Die Folge war, dass die anschließende Umsetzung im Alltag oftmals scheiterte.“ Bei „Therapie aktiv“ ist das aber anders. „Der Patient wird von seinem Hausarzt betreut. Er kann seinen Alltag wie gewohnt gestalten. Die langfristige und nachhaltige Lebensumstellung ist wesentlich erfolgreicher.“ (www.arztnoe.at, www.therapie-aktiv.at).

Auch Apotheker spielen eine Rolle. Sie können bei der Erstellung eines Medikamenten-Einnahmeplans helfen, die Bedienung von Messgeräten erklären und Tipps zur Lebensumstellung geben (www.apotheker.or.at).

Neben der Schulung von diagnostizierten Diabetikern ist auch die Früherkennung wichtig. Dazu arbeitet der Studiengang Diätologie an der Fachhochschule St. Pölten an einem Projekt. „Unser Ziel ist es, ein Screening-Tool zu entwickeln, das wir online stellen können“, erklärt die FH-Dozentin Daniela Wewerka-Kreimel. Damit sollen Jugendliche ihr persönliches Diabetes-Risiko berechnen lassen können. Bisher war so etwas nur für Erwachsene möglich. Da bis zum 18. Lebensjahr aber andere Maßstäbe gelten, braucht es neue Daten, die als Basis für so einen Test dienen. Und diese liefern jedes Jahr Schüler aus St. Pölten. Heuer haben sich Schüler der Englischen Fräulein an der FH von den Studierenden testen lassen, bei Quiz mitgemacht und sich über Diabetes informiert. (www.fhstp.ac.at).