Erstellt am 10. Oktober 2011, 08:14

Die Lisl, wer sonst?. À LA CARTE / Für den Gastroguide ist das Mauterner Spitzenrestaurant erneut eindeutig der Landessieger. Die Trends gehen zu gesunder Gemüseküche und traditionellem Schmorbraten.

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VON CHRISTIAN BAYR

Lisl Wagner-Bacher, wer sonst! Ohne große Überraschungen wurde jetzt der neue Gastronomieführer À la carte 2012 der Öffentlichkeit vorgestellt. Niederösterreichs Paradebetrieb, das Landhaus Bacher in Mautern, errang dabei mit erneut 97 von 100 möglichen Punkten den Gesamtsieg im Bundesland Niederösterreich, gefolgt vom Restaurant Hanner in Mayerling (95 Punkte) und Toni Mörwalds Restaurant im Kloster Und (92 Punkte).
Wenn es einen Aufsteiger in Niederösterreich gibt, dann ist es wohl das Restaurant Nigl in Senftenberg.

Ein Plus von 21 Punkten für Senftenbergs Nigl
Küchenchef Erwin Windhaber, ein Mörwald-Schüler, legte gleich um 21 Punkte, von 65 auf 86 Punkte, zu. Seine Erklärung für den Erfolg des Restaurants ist denkbar einfach: „Bei uns ist alles ein stimmiges Ganzes. Wir setzen stark auf Regionalität, wir kochen bodenständig, aber doch auch kreativ verfeinert. Und wir versuchen, die hochwertigen regionalen Lebensmittel möglichst unverfälscht den Gästen auf den Tisch zu bringen.“
Zu den Gewinnern in Niederösterreich zählen unter anderem das Triad in Krumbach (von 82 auf 85), das Landhaus Stift Ardagger (von 62 auf 71), das Mörwald im Schloss Grafenegg (von 67 auf 71), der Jungwirt in Göttlesbrunn (von 57 auf 62) und der Donauwirt in Weißenkirchen (von 54 auf 60 Punkte).

Zu den Aufsteigern des Jahres gehören aber auch der Kaiser von Österreich in Krems (plus 9 Punkte) und der Schmutzer in Winzendorf (plus 6 Punkte).
Höchster Neueinsteiger ist übrigens das Restaurant „Zum Elefanten“ in Krems mit 60 Punkten.
Wo viel Licht ist, ist aber auch Schatten: Gleich zweimal „erwischt“ hat es Toni Mörwald, im Kloster Und (von 94 auf 92 zurückgestuft) und im Toni M im Stammhaus in Feuersbrunn (von 77 auf 75). Toms Restaurant in Melk verlor gleich acht Punkte (jetzt 62), die Taverne am Sachsengang gar 12 (von 75 auf 63).
Überraschenderweise abgestürzt ist aber auch Adi Bittermann mit seinem Vinarium Göttlesbrunn, das heuer den Testern nur mehr 60 Punkte wert war (minus 12). Und auch der Rote Wolf in Langenlebarn, viele Jahre lang ein Liebling der Gourmetkritik, musste einen Absturz von zehn Punkten auf nunmehr 70 Punkte hinnehmen.

Generell ortet À-la-Carte-Chefredakteur Christian Grünwald einen Trend zur kreativen Gemüseküche sowie eine Rückkehr der Schmorgerichte. Kritik wird allerdings vermehrt an den Servicebrigaden laut. Da schreckt Grünwald auch vor dem Wort „Inkompetenz“ nicht zurück.
Auf einen scheint das aber sicherlich nicht zuzutreffen, nämlich auf das Steirereck in Wien, mit 99 Punkten neuerlich Österreichsieger.