Erstellt am 11. August 2016, 17:51

Ein Paradies für Radfahrer. Mit 300 Sonnentagen gehört das Burgenland zur sonnenreichsten Region in Österreich. Jede Menge Natur, hügelige Landschaften und weit über 1000 Kilometer Radwegenetz machen es zum Paradies für Radfahrer.

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Dabei sind einige der schönsten Radwege rund um den Neusiedler See angelegt. Mit einer Fläche von 285 km² ist er der größte Steppensee Österreichs und nach dem Plattensee der zweitgrößte in ganz Europa.

Fahrradtour mit der Familie – der Neusiedler See Radweg

Direkt um den Steppensee herum führt der Neusiedler See Radweg. Aufgrund nur geringen Höhenunterschiede ist er für Familienausflüge sehr beliebt. Gerade Kinder werden die Strecke wegen des Weges, der teilweise direkt auf Stegen am Wasser vorbeiführt, mögen. Der größte Teil der Strecke führt auf gut befahrbaren, asphaltierten Wegen entlang. Kurze Streckenabschnitte sind zwar geschottert, allerdings mit feinem Splitt, so dass auch bei dünnen Reifen keine starken Belastungen zu erwarten sind.

Um Müdigkeit auf der Tour vorzubeugen, sollte die Richtung, in die der Rundradweg eingeschlagen wird, in Abhängigkeit der Windrichtung gewählt werden. Rückenwind macht das Fahren angenehmer. Auch für Pausen ergeben sich auf der Strecke jederzeit günstige Gelegenheiten. Raststellen oder kleine Schenken helfen Kindern und Erwachsenen beim schnellen wieder Energie auftanken.

Die komplette Strecke beträgt stolze 121,5 Kilometer, lässt sich aber durch die B10 an einigen Stellen abkürzen. Wer die komplette Strecke, oder den größten Teil davon fahren möchte, sollte vorher auf eine richtige Ausstattung sorgen. Fahrradtaschen sollten genutzt werden um Proviant und vor allem ausreichend Getränke zu transportieren. Auch ein Notfall-Reparatur-Set für einen geplatzten Reifen ist bei dieser Streckendistanz angebracht.

Gerade mit Kindern sollte auch vermehrt auf die eigene Sicherheit geachtet werden. Für Kinder bis zum 12. Lebensjahr gilt in Österreich Helmpflicht. Ein Helm, der schon einmal einen Sturz abgefedert hat, ist nicht mehr als sicher zu betrachten. Genauso wichtig ist die richtige Auswahl des Helms unter Berücksichtigung von Halt und korrekter Passform. Wenn auch nicht häufig, kommt es immer wieder vor, dass durch einen unaufmerksamen Moment ein unglücklicher Sturz erfolgt, bei dem sich sonst schwere Kopfverletzungen zugezogen werden kann. Im Idealfall zeigen Eltern Vorbildfunktion und fahren ebenfalls mit Helm.

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Aber auch länderspezifische Regelungen für Ungarn sind bei dieser Strecke zu beachten. In Ungarn gilt Warnwestenpflicht in der Dämmerung, bei schlechter Sicht und bei Dunkelheit. Diese sollte daher im Gepäck mitgeführt werden. Dies gilt auch für einige andere Radwege im Bereich des Binnensees, die in der Grenznähe vorbeiführen.

Fahrradtour für Vielfahrer und E-Biker: Paradiesroute Südburgenland

Auch wenn sich einzelne Streckenabschnitte des Neusiedler See Radwegs ebenfalls für Vielfahrer und E-Biker eignen, gilt hier die Paradiesroute als Geheimtipp. Mit ihren 260 Kilometern ist sie eine der vielfältigsten Rundradwege in Österreich. Die Radstrecke entlang der Paradiesroute ist dabei nicht nur länger und abwechslungsreicher, sondern auch anspruchsvoller als der Neusiedler See Radweg. So beträgt der Unterschied zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Punkt 315 Höhenmeter. Der größte Teil der Strecke ist auch hier asphaltiert. Jedoch gibt es einige kurze Abschnitte, die auf unbefestigtem Weg zurückgelegt werden müssen.

Der Weg vernetzt die drei südlichen Bezirke des Burgenlands. Zudem führt er entlang der Bach- und Flusslandschaft von Raab und Lafnitz. Jede Menge kleiner Dörfer werden passiert, beeindruckende Burganlagen und einige Genussbetreibe können besucht werden. Die Strecke führt auch entlang von drei Naturparks und entlang der slowenischen und ungarischen Grenze. Auch hier ist daher an das Mitführen einer Warnweste sowie eines Ausweisdokuments zu denken.

Da die durchschnittliche Fahrtdauer für die Strecke etwa 20 Stunden beträgt, wird die Strecke üblicherweise in mehrere Tagesetappen aufgeteilt. Oftmals wird empfohlen die einzelnen Etappen in 30 bis 50 Kilometerabschnitte einzuteilen und innerhalb von sechs bis sieben Tage zurückzulegen. Dadurch bleibt genug Zeit die Landschaft und das kulinarische Angebot zu genießen. Wem es hauptsächlich um die sportliche Komponente geht, dem steht es frei seinen Zeit- und Streckenplan nach individuellem Gutdünken selber festzulegen. Es können natürlich auch einzelne Strecken als Tagestouren geplant werden. Hier sollten sich Fahrradfahrer die leichteren Etappen raussuchen und die schwierigeren den E-Bikern überlassen.

Fahrradtouren für Rennradfahrer: Radmarathon Stadtschleining

Für Radrennfahrer gibt es im Burgenland weniger Radwege zur Auswahl als für normale Biker. Das hängt damit zusammen, dass die Anforderungen an die Strecke höher sind. Aufgrund der schmalen Reifen des Rennrads sollten die Wege überwiegend asphaltiert sein. Wiesen und Waldwege sind für Rennräder meist ungeeignet. Zudem sollte es die Strecke hergeben, dass Abschnittsweise auch etwas zügiger gefahren werden kann. Insgesamt gibt es im Burgenland um die 22 Strecken, die auch für Rennradtouren genutzt werden.

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Für Rennradfahrer geeignet ist der oben schon erwähnte Neusiedler See Radweg. Hier findet auch regelmäßig der Neusiedlersee Radmarathon statt. Die Fahrtstrecke verläuft leicht abweichend, so dass sie insgesamt 125 Kilometer beträgt. Die durchschnittliche Fahrtdauer bei diesem Rennen beträgt etwa drei Stunden 40 Minuten. Die Schwierigkeitsstufe wird für Rennradfahrer als mittel eingestuft.

Einen höheren Anspruch stellt die Strecke bei Stadtschleining an die Rennradprofis. Hier wird jährlich der Friedens-Radmarathon absoviert. Diese Strecke führt entlang der Orte Stadtschleinig, Oberwart und Rechnitz. Dabei sind insgesamt auf einer Strecke von 163 km 2652 Höhenmeter zu bewältigen. Etwas leichter ist die „Strecke Light“ bei Stadtschleining. Hier beträgt der Unterschied nur noch 1233 Höhenmeter und die Strecke ist mit 116 km knapp 50 km kürzer. Dennoch beträgt die durchschnittliche Fahrtzeit für die kürzere Strecke immer noch etwa 20 Minuten mehr als auf der Neusiedler See Strecke.

Radfahrstrecken für jeden Geschmack sind also reichlich vorhanden.