Erstellt am 18. Juli 2011, 00:00

Die Wachau steht vor Rekord-Marillenernte. OBSTGENUSS / Für 2011 werden 4000 Tonnen Marillen aus der Wachau erwartet. Ebenfalls typisch für das heurige Jahr: Es wurden so viele Trittbrettfahrer wie noch nie zuvor aufgedeckt.

Wachauer Marillen eignen sich hervorragend für alle Arten von Süßspeisen.  |  NOEN
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VON CHRISTIAN BAYR

Diese Botschaft lässt wohl die Herzen aller Marillenfreunde höher schlagen: In der Wachau wird man heuer gut 4000 Tonnen Marillen ernten können, um gut 20 Prozent mehr als in normalen Jahren.

Die Ernte ist derzeit voll im Gang und läuft noch bis Anfang August. Die Ernte wird heuer nicht nur deutlich höher ausfallen als zuletzt, auch die Qualität der Marillen ist ganz hervorragend, freut sich der Obmann des Produzentenvereins Wachauer Marille, Franz Reisinger. Das Wetter war heuer für die Marille, von der Blüte bis zur Ernte, nahezu ideal.

Der Ärger mit zahlreichen Trittbrettfahrern ist angesichts der Rekordernte fast schon wieder vergessen. Dabei ist es nur wenige Tage her, dass die Wachau mit Hiobsbotschaften über falsch deklarierte Marillen aufhorchen ließ. Reisinger: Heuer im Juni war es besonders arg. Deshalb haben wir uns entschlossen, auf dieses Problem aufmerksam zu machen. Wir haben zahlreiche Testkäufe getätigt und so manche Ungereimtheit aufgedeckt. Die fremden Händler würden dabei durchaus kreativ vorgehen: Viele haben ihre Marillen aus der Region bezeichnet. Hier wird dem Käufer natürlich suggeriert, dass es sich dabei um Wachauer Marillen handelt, wenn sie mitten im Obstgarten in der Wachau verkauft werden. Wenn der Konsument Anfang Juni diese Marillen kauft und er gleich daneben einen großen Kühl-Lkw stehen sieht, dann sollte er aber schon kritisch hinterfragen, ob diese Marillen tatsächlich aus der Wachau stammen können. Tatsache sei nämlich, dass die traditionellen Wachauer Marillensorten nicht vor Mitte Juli reif werden. Reisinger: Wenn der Konsument beim Kauf sicher gehen will, dann sollte er unbedingt auf unser Gütesiegel Original Wachauer Marille achten, das er auf Sonnenschirmen, Fahnen und Kartons ersehen kann. Und er soll sich auf seinen Geruchssinn verlassen, weil unsere Marillen ja besonders aromatisch sind und sich hervorragend zum Einkochen eignen.

Einkochen, genießen  und bewundern

Für manche ist das Einkochen von Marille & Co. sogar so etwas wie eine Lebensaufgabe geworden: Ilse Gutmann vom Wirtshaus Zur Schönen Aussicht in Zöbing hat dem Einkochen nicht nur ein Buch gewidmet (Wir kochen Sie ein), sondern auch ihr (Berufs-)Leben: Das Handwerk, das Hineinfühlen in die Produkte, das Streben nach geschmacklicher Harmonie das ist für mich Glück.

Dazu gibt es aber auch noch jede Menge Events rund um die Marille: Von 21. bis 24. Juli findet in Spitz der traditionelle Marillenkirtag statt, im Marillengarten der Schnapsbrennerei Kausl in Mühldorf gibt es noch bis Oktober eine Ausstellung von vier Künstlern zu bewundern, und der Weinhof Aufreiter in Angern bei Krems hat ein dreitägiges Urlaubspaket samt Wein- und Marillenkulinarium geschnürt.

Wachauer Marillen eignen sich hervorragend für alle Arten von Süßspeisen. AMA MARKETING