Erstellt am 24. Februar 2015, 13:16

von APA Red

Masern-Impfpflicht derzeit kein Thema. Für Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) ist eine Masern-Impfpflicht, wie in Deutschland diskutiert, derzeit kein Thema. Man setze auf Aufklärung durch die Ärzte, dass es klug sei, zu impfen.

Es gebe auch in Österreich Fälle mit Komplikationen bei Masern, aber ohne tödlichen Ausgang, erklärte Oberhauser vor dem Ministerrat.

Die Durchimpfungsrate in Österreich sei im Steigen begriffen. Auf die Frage, ob eine Pflicht derzeit Thema sei, sagte die Ministerin: "Für mich derzeit nicht."

Mit ihrer Krebserkrankung geht Oberhauser weiterhin offen um. Sie erschien mit abrasierten Haaren zur Regierungssitzung. Schon davor hatte sie auf Facebook geschrieben, dass am Dienstag eine Blutabnahme für einen Check vor der nächsten Chemo am Freitag anstehe.

Thema wird scharf diskutiert

Auch in den USA wird derzeit über eine Impfpflicht diskutiert. Insgesamt 118 Masern-Fälle gab es dort bisher. Zwei weitere Masern-Ausbrüche verursachten mehr als 30 weitere Ansteckungen. Insgesamt sind 17 Bundesstaaten betroffen. Die meisten Schulen schreiben die Impfung bereits jetzt vor. Die meisten Bundesstaaten lassen allerdings Ausnahmen aus religiösen oder moralischen Gründen zu. Zehntausende Eltern haben nach Angaben des CDC davon Gebrauch gemacht und ihre Kinder nicht impfen lassen.

In den Medien und sozialen Netzwerken wird das Thema Masernimpfung scharf diskutiert. Die US-Regierung ist bisher nicht für eine Impfpflicht, hat aber klar und deutlich mitgeteilt: "Eltern im ganzen Land haben die Verantwortung, ihre Kinder gegen Masern impfen zu lassen."

Masern-Todesfall in Deutschland

Der Tod eines Kleinkindes in Berlin durch eine Maserninfektion hat sich indes bestätigt. Die Masernerkrankung sei "ursächlich für den Tod des Kindes" gewesen, teilte die Charite-Klinik in der Hauptstadt am Dienstag unter Berufung auf den vorläufigen Obduktionsbericht mit. Der Eineinhalbjährige habe auch eine andere Erkrankung gehabt, die aber ohne die Maserninfektion "nicht zum Tode geführt hätte".

Bereits am Montag hatte die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales mitgeteilt, der Bub sei in der vergangenen Woche an Masern gestorben. Die Charite betonte jedoch anschließend, die genaue Todesursache werde noch untersucht.

In Berlin grassiert derzeit eine der stärksten Masernwellen der vergangenen Jahre. Es wurden bereits weit mehr als 500 Fälle registriert. Wegen der Entwicklung wird derzeit erneut über eine Impfpflicht diskutiert.