Erstellt am 08. November 2010, 07:52

Düfte zum Genießen. AROMA-WELLNESS / Egal ob bei Massagen oder in Duftlampen – ätherische Öle können mehr Wohlbefinden bringen.

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VON CHRISTINE HAIDERER

Wenn es draußen trüb und düster ist, kann Grapefruit vielleicht genau das Richtige sein.
Denn: „Orangendüfte erhellen den Tag“, verriet die Aromatologin Ingrid Kleindienst-John bei „Gesundheit für Sie“. Thema des Vortrages auf der Frauengesundheitsenquete von Christa Bogath, Obmann-Stellvertreterin der NÖ Gebietskrankenkasse, waren aber natürlich nicht nur Orangen. Immerhin gibt es unzählige ätherische Öle, die eine besondere Wirkung haben. So vermitteln eben Orangendüfte das Gefühl von Sommer. Rose bringt Wärme und lindert den Schmerz. Zitrone bringt Frische und „Zirbelkiefer schickt uns in den Wald“ und hilft bei Erkältungskrankheiten. Voraussetzung dafür: „Wichtig ist, dass man reine ätherische Öle verwendet“, betont die Aromatologin. Dann können sie wohltuend sein, vor allem aufgrund ihres Duftes. Unter anderem, weil: „Jeder Duft birgt eine Erinnerung in sich“, gibt die Aromatologin zu bedenken. Wenn man zum Beispiel an einer Bäckerei vorbeigeht, denkt man gleich an frische Semmeln und kriegt Lust darauf. Oder man begegnet einem Duft aus der Kindheit, den zum Beispiel eine Tante gerne verwendet hat, und schon sind die Erinnerungen wieder da. Und mit ihnen ein Gefühl, manchmal ein gutes, weil es eine schöne Erinnerung ist, manchmal aber auch ein weniger gutes.

Weniger ist mehr: Oft genügen zwei Tropfen
Bei Duftlampen sollte man übrigens darauf achten, dass genug Wasser in der Schale ist. Und man nicht zu viel vom ätherischen Öl hineingibt, oft reichen zwei, drei Tropfen.
Ätherische Öle können aber auch Wohlbefinden für die Haut bedeuten, wenn sie in Kombination mit guten Pflanzenölen für Massageöle oder naturkosmetische Cremes eingesetzt werden. Zu den Pflegeölen gehört zum Beispiel Aprikosenkernöl: Es duftet fein und nussig. Granatapfelöl wiederum ist gut für die reife Haut, Kameliensamenöl hilft gegen Fältchen, Mandelöl wird gerne verwendet als Massageöl und Nachtkerzenöl bei sehr empfindlicher Haut. Bei Neurodermitis kann es beruhigend wirken.
Doch, Vorsicht: „Ätherische Öle sollte man nicht pur auf die Haut auftragen“, warnt Kleindienst-John. Da nicht jeder alles verträgt: „Nicht jedes ätherische Öl ist für jeden Menschen gleichermaßen geeignet.“ Daher empfiehlt Kleindienst-John Aromapraktiker aufzusuchen (www.aromaexperten.at).

Wer sich beim Kauf von ätherischen Ölen nicht sicher ist, ob die Qualität passt, der sollte sich die Verpackung genauer ansehen. Darauf sollte der genaue Name stehen. Immerhin gibt es bei manchen – wie bei Lavendel oder Thymian – verschiedene Arten oder auch Unterarten, die unterschiedliche Wirkungen haben. Es sollte draufstehen, wo es geerntet wurde. Nicht alles wächst überall. Lavendel zum Beispiel gibt es in Frankreich, auch in England gibt es Lavendelfelder. Nicht aber in China. Außerdem sollten die Chargennummer, Ablaufdatum und die Erzeugungsform (Wasserdampf-Destillation, Kaltpressung …) angegeben sein.