Erstellt am 11. Juni 2012, 00:00

Durstig im Sommer. SPRITZER & CO. / Hatten früher nur Bier und der G’spritzte in der heißen Zeit Saison, gibt’s heute immer mehr Getränke mit und ohne Bubbles, nicht immer mit Zucker, aber sehr im Trend.

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VON CHRISTIAN BAYR

Vor Jahren hat die heimische Weinwirtschaft erfolgreich den Slogan „Der G’spritzte hat immer Saison“ unters durstige Volk gebracht. Vor allem der klassische Sommer-Spritzer mit wenig Alkohol war und wird gerne getrunken. Manche nennen das bisschen Wein in viel Mineral oder Soda auch Sommertupfer.

In den vergangenen Jahren hat der „Aperol-Sprizz“ die sommerliche Gastgartenszene kräftig aufgemischt. Der typische Sprizz besteht aus 6 cl Prosecco, 4 cl Aperol, einen Spritzer Soda, Eiswürfeln und dazu noch aus einer Orangenscheibe.

Und, weil das immer noch diskutiert wird: Aperol ist ein Likör, und zwar ein Destillat aus Rhabarber, Chinarinde, Enzian, Bitterorangen und aromatischen Kräutern, mit einem Alkoholgehalt von elf bis 15 Prozent.

Darf es ein bisschen  mehr sein? Nein, danke!

Früher hat’s bei alkoholischen Getränken gerne einmal geheißen „Darf es ein bisschen mehr sein?“ Heute schlägt das Pendel in die gegenteilige Richtung aus. In Deutschland etwa legen alkoholfreie Weine jährlich um 30 Prozent zu, auch das Marktsegment der Light-Biere boomt.

Gerade im Sommer beliebt sind natürlich die Radler (mit Limonaden versetzte Gerstensäfte). Die Zwettler-Brauerei zum Beispiel hat einen Zwetschken-Radler auf den Markt gebracht.

Chemische Zusatzstoffe in Getränken werden von den Konsumenten immer kritischer hinterfragt und müssen deklariert werden. Generell wird die Herkunft der Rohstoffe auch bei Getränken immer mehr zum Thema.

Fruchtsäfte werden verstärkt ohne Zuckerzusatz abgefüllt, Gleiches gilt auch für das beliebte Sortiment der Eistees. Zwar mit Zucker, aber trotzdem neu: Pfanners Eistee Erdbeer-Vanille.

Ganz neu auf dem Markt sind seit Kurzem Erfrischungsgetränke mit dem Zuckerersatzstoff Stevia, die beinahe kalorienfrei sind. Pionier auf diesem Sektor ist die niederösterreichische Firma Radlberger, die mit dem „Stevita“ in den Geschmacksrichtung Schwarztee-Sauerkirsche und Weißtee-Mandarine vorpreschte. „Nachdem uns der Handel Interesse signalisiert hat, sind wir sofort damit auf den Markt gekommen“, so Marketingleiter Christian Weisz.

Radlberger hat übrigens seine umfangreiche Palette der Erfrischungsgetränke um einen Apfelsaft mit stillem Mineralwasser ergänzt, wohingegen Vöslauer seine „flavoured waters“ mit einem neuen „Balance“ Lychee-Quitte abrundete.

Exotische Geschmacksrichtungen wie Cranberry oder Rhabarber sind im Getränkemarkt ebenso im Kommen wie die sogenannten Smoothies, bei denen es sich um besonders konzen trierte, pürierte Fruchtsäfte handelt. Während der Aperol-Sprizz sich auch heuer im Sommer zum Dauerbrenner entwickeln dürfte (Konkurrent „Hugo“ setzt auf Holundersirup als Wein-Beigabe), bietet das Tee-Segment noch nahezu unbeschränkte Möglichkeiten. Nach Bio- und Chai-Tees boomen die „Bub ble“-Tees, süße Teesorten, die mit der Stärke der Tapioka-Perlen (gewonnen aus der Maniok-Wurzel) aufgemotzt werden.

Dieser Bubble-Tea wird stets frisch gemixt, aus eben Tee, verschiedenen Flavours und Toppings – Kugeln, die beim Zerbeißen spritzen. Die Idee kommt aus Taiwan. In Krems, Wiener Neustadt und Amstetten bringt die Firma „tealicous“ das neue Kultgetränk unters Volk. Die Folge: fast immer Warteschlangen.