Erstellt am 12. Februar 2014, 10:36

Ein Achterl in Ehren .... Besonders Rotwein, in Maßen genossen, kann positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

Auch wenn man im Alter weniger verträgt als früher, ein Genuss-Achterl Wein schmeckt auch in höheren Jahren - wenn es bei dem einen bleibt.  |  NOEN, Wodicka
„Der Wein ist unter den Getränken das nützlichste, unter den Arzneien die schmackhafteste, unter den Nahrungsmitteln das angenehmste“, sagte schon Plutarch.

Eine treffende Formulierung zur Bedeutung des Weins (in Maßen genossen) für die Gesundheit und den Genuss meint Prof. Dr. Michaela Döll in ihrem Buch „Die Heilkraft des Weines“ (erschienen in der F. A. Herbig Verlagsbuchhandlung). Bestätigt wird die Empfehlung des griechischen Schriftstellers und Philosophen nämlich durch jüngste ernährungsmedizinisch relevante Erkenntnisse rund um den alkoholischen Rebensaft, schreibt sie weiter.

Gefäßschützende Wirkung

Der Startschuss für die Serie an Wein-Untersuchungen war das „French Paradox“. Dieser Begriff geht auf einen französischen Forscher zurück, der die Schlemmergewohnheiten seiner Landsleute in den Neunzigerjahren ganz genau unter die Lupe genommen hat.

Das Ergebnis: Obwohl die Franzosen deutlich mehr Fett zu sich nahmen und auch höhere Blutfettwerte hatten, wiesen sie im Vergleich zu anderen Ländern ein signifikant geringeres Herzinfarktrisiko auf. Im Detail heißt das: Das Herzinfarktrisiko in Frankreich für Männer und Frauen zwischen 40 und 69 Jahren war nur halb so hoch im Vergleich zu anderen Ländern.

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Dieses Ergebnis führten die Forscher, man höre und staune, auf den moderaten, aber regelmäßigen Genuss von Rotwein, den die Franzosen ja sehr schätzen, zurück. Offensichtlich hat der Wein eine gefäßschützende Wirkung, der auch schlechte Blutfettwerte ausgleichen kann, wurde in Folge rückgeschlossen.

Inzwischen weiß man, dass der Alkohol selbst (aber immer auf die Menge achten!) eine herz- und kreislaufschützende Wirkung entfalten kann. Und: Für die gefäßschützende Wirkung des Weines, besonders der Roten, dürfte nicht nur der Alkohol, sondern auch die enthaltenen Polyphenole (eine Gruppe bioaktiver Pflanzeninhaltsstoffe, die in vielen Obst- und Gemüsesorten und eben auch in den Weintrauben und somit im Wein enthalten sind) verantwortlich sind. Weiters können der Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel von diesen Schutzstoffen positiv beeinflusst werden.

Ein Gläschen am Tag auch im Alter

Die Autorin widmet auch ein eigenes Kapitel der Alterung. „Alt werden möchte eigentlich niemand – ein langes Leben haben dagegen schon, und so zielen die Maßnahmen des „Antiagings“ in erster Linie darauf ab, die körperliche und geistige Vitalität nach Möglichkeit bis ins hohe Alter zu erhalten“, schreibt sie und stellt die Frage:
Wie kann Wein dabei helfen? Nicht selten wird dann gesagt: Jeden Tag ein Gläschen Wein ist meine Geheimwaffe für ein langes Leben. An dieser Stelle kommt das Resveratol, ebenfalls im Rotwein enthalten, ins Spiel.

„Es verlangsamt den Zyklus unserer Körperzellen, sodass die im Inneren der Zellen sitzenden Reparaturenzyme mehr Zeit für das Ausbessern von Fehlern am Erbgut, der DNA, zur Verfügung haben“, so Döll.
Fazit der Autorin: Mit dem Wein lassen sich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Man kann mit Genuss etwas für seine Gesundheit tun.

Was ist das richtige Maß?

Weintrinker unterscheiden sich, auch das zeigen Untersuchungen, von Personen, die andere Arten von Alkohol zu sich nehmen. Weintrinker sind nämlich in der Regel Genussmenschen und dabei aber durchaus gesundheitsbewusst.
 
  • Für erwachsene Männer gilt die Empfehlung von maximal 0,4 Litern pro Tag, womit eine durchschnittliche Alkoholzufuhr von insgesamt etwa 30 Gramm erreicht wird.
 
  • Bei Frauen sind 0,2 Liter moderat, was durchschnittlich 15 bis 20 Gramm Alkohol entspricht.
 
  • Empfohlen wird auch oftmals, in der Woche ein oder zwei Abstinenztage einzulegen.

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