Erstellt am 30. Juli 2012, 00:00

Eine Erkrankung unserer Zeit. ELFRIEDE KASTENBERGER, Ärztin für Allgemeinmedizin & Psychotherapeutin zu Burnout.

 |  NOEN

Burnout ist weit verbreitet, man findet es aber besonders bei Menschen, die beruflich andere betreuen oder viel mit Menschen zu tun haben: bei LehrerInnen, Kindergarten-PädagogInnen, Pflegepersonal, ÄrztInnen,
Polizisten, Anwälten, Managern …

Ursachen sind einerseits der eigene hohe Leistungsanspruch, der den Weg für Burnout bereitet, andererseits zunehmender Arbeitsdruck, Personalabbau, Zunahme an Verantwortung bei Verminderung des eigenen Einflusses am Arbeitsplatz. Im Vordergrund der Symptome stehen zunehmende Gereiztheit, Überforderung, Versagensängste, Verlust der Freude an der Arbeit, Schlafstörungen und chronische Müdigkeit; später auch Rückzug aus privaten Kontakten. Oft wird versucht, sich mit Kaffee, Alkohol, Medikamenten, Drogen & Co. zu „dopen“. Betroffene werden leichter krank, es kommt vermehrt zu Unfällen. Burnout wird zunehmend bedrohlicher. Es kann zum völligen körperlichen Zusammenbruch und zu schweren Depressionen führen. Zur Bewältigung von Burnout muss man sich klar machen, dass es nicht um persönliche Schwäche geht – es wirken dafür meist gravierende wirtschaftliche, soziale und persönliche Faktoren zusammen. Erste Schritte sind Entspannungstechniken, Methoden zur Stressbewältigung und womöglich Veränderungen am Arbeitsplatz – besonders wichtig ist, die Einstellung zu Leistung und zu sich selbst zu verändern. Dazu ist meist psychotherapeutische Unterstützung sehr sinnvoll. Bei schwerem Burnout sind Krankenstand und/oder eine Rehab, Psychotherapie und Behandlung mit Psychopharmaka notwendig. Ziel ist, die Balance zwischen Engagement und Wohlbefinden wieder herzustellen und erneut Befriedigung im Beruf und Freude im Alltag und mit der Familie zu erleben.