Erstellt am 20. September 2010, 10:49

Eine Frage der Zeit. ANTI-STRESS-TIPPS / Der Mensch nimmt sich oft zu wenig Zeit für sich selbst, stolpert in Zeitfallen und trifft auf Zeiträuber.

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Immer mehr Menschen leiden unter psychischen Problemen. Ein Grund dafür ist zu viel Stress und zu wenig Zeit fürs Ich. „Wir vergessen in der Geschwindigkeit der Tage auf uns und unsere Bedürfnisse“, betont die Psychologin Natalia Ölsböck.
Dabei ist Beschleunigung an sich nichts Schlimmes. Sie kann lustvoll sein, kann Vorteile bringen. Wie etwa, dass man schneller von Punkt A nach Punkt B kommt als früher. Doch: „Wenn wir das Gefühl haben, dass wir zu sehr beschleunigt sind, ist es wichtig, dass wir stoppen und entgegenwirken.“
Um den Alltag zu bewältigen, braucht man vor allem Zeit fürs Ich, für Freiräume. Freiräume, in denen man auf sein Inneres hört, sich bewusst wird, was wichtig und wertvoll ist. Denn: „Wenn ich weiß, wohin ich will, wenn ich ein Ziel und Werte habe, kann es mir nicht so leicht passieren, dass mir etwas passiert, dass mich in eine Richtung treibt, die mir nicht gut tut.“ Ist das aber nicht der Fall, kann einen die Außenwelt so sehr beeinflussen, dass man unzufrieden wird.

Zeit für sich im Terminkalender
Sich Zeit fürs Ich (Zfi) zu nehmen, ist manchmal gar nicht so leicht. Daher rät Ölsböck: „Zfi-Termine im Kalender notieren!“ Wie jeder andere Termin, soll auch er eingehalten werden. Und: An diesen Zfi-Terminen soll man sich nichts Bestimmtes vornehmen. Denn das wäre wieder etwas, woran man gebunden ist – wieder Stress. Statt dessen sollte man, wenn es so weit ist, sich hinsetzen und überlegen, worauf man genau jetzt Lust hat, und genau das tun – auch, wenn es nur Faulenzen am Sofa ist.
Im Kampf gegen den Stress helfen oft auch Kleinigkeiten. Beispielsweise der richtige Umgang mit Zeiträubern. Beispiel: Wenn eine Kollegin, obwohl man gerade beschäftigt ist, unbedingt etwas erzählen will, kann man mit ihr einen Kaffeetermin in der Mittagspause ausmachen.
Oder man entschärft Zeitfallen, wie es das Multitasking-Prinzip ist. Immerhin braucht man – das haben Untersuchungen gezeigt –, wenn man mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigt, erheblich länger, als wenn man diese Aufgaben hintereinander, eine nach der anderen, abarbeitet.


WORKSHOPS „MEHR ZEIT FÜRS ICH“
Mehr rund um Zeitfallen, Zeiträuber, Selbstorganisation und Entspannungsübungen verrät Natalia Ölsböck in „Mehr Zeit fürs Ich“-Workshops, die die NÖ Gebietskrankenkasse bis Anfang Dezember kostenlos in ganz Niederösterreich anbietet.
Termine (jeweils ab18.30 Uhr):
20. September, Bruck/L.: Haus Römerland Carnuntum, (Fischamenderstr. 12), Anmeldung: 050899-0354
27. September, Zwettl: Hilfswerk Zwettl (Hauensteinerstr. 15), Anmeldung: 050899-2454
28. September, Mödling: Schloss Hunyadi (Schlossgasse 6, Ma. Enzersdorf), Anmeldung: 050899-1454
 Weitere Termine: www.noegkk.at