Erstellt am 26. September 2013, 12:00

Eine vernarbte Lunge. Patiententag / Zwischen 800 und 1.400 Menschen in Österreich leiden an IPF, einer Lungenerkrankung mit sehr schlechten Prognosen.

Von Christine Haiderer

Die idiopathische, pulmonale Fibrose (IPF) ist eine Lungenerkrankung, bei der sich das Lungengewebe immer mehr vernarbt. Die Folge: „Nach fünf Jahren leben nicht einmal noch 20 Prozent“, betont Peter Err halt, Vorstand der pneumologischen Abteilung am Landesklinikum Krems, wo es auch eine Fibrose-Ambulanz gibt.

„In NÖ gibt es rund 270 Patienten. In meinem Einzugsbereich müsste ich 130 bis 140 Patienten haben. Es sind aber nur zwei.“ Das bedeutet, dass viele nicht erkannt sind. IPF zu erkennen ist nicht leicht, da viele Symptome auch für andere Krankheiten typisch sind.

Meist Raucher betroffen

IPF-Patienten sind meist über 45 Jahre alt und meist Raucher. Typische Anzeichen für IPF sind Atemnot (in frühen Stadien unter Belastung, später auch in Ruhe) und trockener Husten. Bei anderen, ähnlichen Erkrankungen gibt es noch weitere Symptome (Fieber, Auswurf …) und der Husten klingt anders. Daher ist es sinnvoll, dass der Arzt einmal genauer hinhört.

Genaues Hinhören wichtig

„Wenn’s pfeift, dann ist es COPD. Wenn’s knistert – wie wenn man einen Klettverschluss öffnet – dann IPF“, so der Experte. Dabei gilt: Es knistert schon, bevor man beim Röntgen noch etwas erkennen könnte. Das bedeutet, dass man auf diese Art und Weise Patienten im Frühstadium erkennen kann. Zu einem Zeitpunkt, an dem man noch ein Medikament einsetzen kann.

„Dieses Medikament kann die Krankheit nicht heilen, aber kann den Verlauf hinauszögern“, so Errhalt. Daher gilt es bei Verdacht, zum Arzt zu gehen und ihn hinhören zu lassen, ob ein „Knisterrasseln hinten unten“ vorhanden ist. In Folge sind Computertomografie und der Besuch eines Fibrose-Zentrums sinnvoll.
 


Thema: IPF

Krankheit. Die idiopathische, pulmonale Fibrose gehört zu den seltenen Lungenerkrankungen.

Risiko. Zu den Risikofaktoren zählen Belastung durch Staub (zum Beispiel in der Landwirtschaft) oder auch durch Schleifen von Steinen, Mineralien … sowie stiller Reflux.

Info-Event. Im Rahmen der IPF-Woche findet ein Patienteninformationstag für Betroffene, Angehörige und Interessierte statt. Peter Errhalt, eine IPF-Patientin und eine Atem-Physiotherapeutin werden informieren. Eintritt frei.

Wann? 27. September, 15 Uhr

Wo? Landesklinikum Krems (Saal „Altstadt“, Lift 1, 8. Stock)

www.selbsthilfe-lot.at