Erstellt am 21. November 2011, 08:37

Essen mit Zukunft. FLÄCHENDECKEND / In den nächsten zwei Jahren gibt es für Schwangere rund 200 kostenlose Ernährungsworkshops in NÖ.

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VON CHRISTINE HAIDERER

Jedes Jahr werden in NÖ rund 13.600 Kinder geboren. Immer mehr von ihnen leiden später unter einer Zivilisationskrankheit, sind übergewichtig, zuckerkrank, haben Herz-Kreislauf- oder psychische Erkrankungen. Doch die ersten Schritte zur Vorbeugung kann man schon sehr früh setzen.
Landesrätin Karin Scheele: „Wir wissen heute, dass die Entwicklung der Geschmacksvorlieben bereits im Mutterleib passiert.“ Eine schwangere Frau kann so etwa schon durch ihre Ernährungsweise die späteren Vorlieben ihres Kindes mit beeinflussen. Isst sie viel Obst und Gemüse, wird das Kind vielleicht später ein Gemüsetiger. Isst sie viel Scharfes wie etwa in Indien, wird das Kind auch schon früh scharf essen können. Isst sie aber viel Süßes, besteht die Gefahr, dass Schokolade & Co. später dominieren werden.

Fragen dazu bei Workshops stellen

Worauf Schwangere bei ihrer Ernährung sonst noch achten sollten, das verrät die Reihe „Richtig essen von Anfang an“. „Es werden in NÖ rund 700 Workshops im Laufe von zwei Jahren stattfinden“, so Petra Ruso von der Arbeitsgemeinschaft Gesundheitsförderung GbR, die das Projekt des Landes NÖ und der NÖGKK in Kooperation mit der FH St. Pölten betreuen. Da insbesondere auch Frauen mit nicht deutscher Muttersprache angesprochen werden sollen, wird es zum Beispiel auch Workshops in türkischer Sprache geben. Die Workshops bestehen aus zwei Terminen. Beim ersten können Eltern Fragen stellen. Worüber geredet wird, hängt auch teils von regionalen, kulturellen Bedingungen ab. Beim zweiten Termin, dem Reflexionsworkshop“, drei Monate später wird nachgefragt, wie es den Müttern nun geht.
 Termine & Anmeldung: www.argef.at

TIPPS
 Nicht zu viel essen. Eine Schwangere hat nur 250 Kalorien mehr Bedarf, das entspricht einem leicht belegten Kornspitz, mit Schinken, Käse und einer Scheibe Gurke. Viele essen viel zu viel. Dabei erhöhen übergewichtige Schwangere das Risiko für Diabetes. Zudem bedeutet laut Gabriele Karner, Studiengangsleiterin Diätologie an der FH St. Pölten „Überernährung auch ein höheres Geburtsgewicht und damit auch mehr Komplikationen während der Geburt“.
 Nichts Rohes. Zu den Tabu-Lebensmitteln – aufgrund der Gefahr von Toxoplasmose, Listerien usw. – zählen rohe Eier, roher Fisch, Sushi & Co., rohes Fleisch, Tiramisu.
 Kein Nikotin. Weil dies das Asthma-Risiko erhöht sowie das Risiko, dass das Kind untergewichtig oder gar nervös zur Welt kommt.
 Viel trinken. Weil während der Schwangerschaft der Flüssigkeitsbedarf erhöht ist. Dabei sollte man aber Kaffee, schwarzen und grünen Tee reduzieren. Kräutertee hingegen ist o.k. Und: Auf keinen Fall Alkohol, weil dieser zu Behinderungen führen könnte.