Erstellt am 19. Juli 2012, 09:02

Etwas mehr Organspender im Jahr 2011. In Österreich ist vom Jahr 2010 auf 2011 die Rate der gemeldeten verstorbenen Organspender von 22,8 auf 23,2 pro Million Einwohner etwas angestiegen. Allerdings gab es etwas weniger Organverpflanzungen. 1.005 Patienten befanden sich Ende 2011 auf der Warteliste für Organe.

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Angestrebt wird eine Spenderrate von 30 Verstorbenen pro Million Einwohner. Das sind die Kernaussagen des österreichischen "Transplant-Jahresberichts 2011", der jetzt veröffentlicht wurde.

"Im Jahr 2011 wurden in Österreich 220 verstorbene Organspender gemeldet und 195 davon auch explantiert, was einer Rate von 23,2 Spendern pro Million Einwohner entspricht", heißt es in dem Report. Das entspreche einem "um rund zwei Prozent höheres Organspenderaufkommen als im Jahr zuvor. Da nicht bei jedem Organspender alle Organe für eine Transplantation geeignet sind, wurden im Jahr 2011 trotz höherem Organspenderaufkommen weniger Transplantationen als im Jahr 2010 durchgeführt", stellten die Experten vom Österreichischen Bundesinstitut für Gesundheitswesen (ÖBIG, bei der Gesundheit Österreich GmbH - GÖG) fest.

Die meisten Organspender gab es vergangenes Jahr im Bundesland Kärnten, das mit 34 pro Million Einwohner den angestrebten Zielwert von 30 pro Million Einwohner als einziges Bundesland deutlich überschritten hat. Im Burgenland waren es nur 10,5, Vorarlberg 27,0, in Oberösterreich 26,9, in Oberösterreich 24,2, in Wien 22,8, in der Steiermark 19, in Tirol 16,9 und in Salzburg 11,3.

Trotz der leicht gestiegenen Anzahl an Spendermeldungen warteten mit Ende 2011 immer noch 1.005 Patienten auf ein geeignetes Spenderorgan, die Wartezeit ist jedoch von Organ zu Organ verschieden. Während man auf eine Niere durchschnittlich 41,7 Monate wartet, hier gibt es die Möglichkeit der Blutwäsche (Dialyse), liegen die Wartezeiten bei Herz im Durchschnitt bei 7,2 Monaten, bei Lunge 6,1 Monate und Leber 6,5 Monate.

Die Zahl der Menschen auf den Wartelisten für Spendernieren, Herz, Leber, Lunge oder Bauchspeicheldrüse geht keinesfalls zurück: Ende 2001 waren es 918 Personen, Ende 2006 beispielsweise 1.125 und Ende 2011 schließlich 1.005. Das bedeutet auch ein hohes Mortalitätsrisiko: Es beträgt etwa zehn Prozent über die Transplantation von Nieren, Herz, Leber, Lunge und Pankreas hinweg: 2001 starben auf 110 Patienten, bevor sie ein Organ erhielten, 2006 waren es 93, im vergangenen Jahr 105.