Erstellt am 04. Juli 2011, 07:55

Fisch bewusst kaufen. GUTE ALTERNATIVE / Trotz steigenden Pro-Kopf-Verbrauchs von Fisch bleiben Herr und Frau Österreicher eher Fleischesser. Schade, denn Fisch schmeckt köstlich und ist sehr gesund.

Saiblinge gehören zu den echten Delikatessen unter den heimischen Fischen. AMA  |  NOEN
Fisch ist seit Jahrtausenden aus der Ernährung der Mittelmeerländer nicht wegzudenken – in Österreich ist in den vergangenen zehn Jahren der Pro-Kopf- Verbrauch immerhin von 5,3 auf rund 7,5 Kilogramm gestiegen.

Fisch gilt als kalorienarm und reich an lebenswichtigen Omega-3-Fettsäuren – und im Sommer als gute Alternative zu Schweinsbraten & Co.

Weltweit boomt der Fischfang, in Österreich warnt Greenpeace allerdings vor Überfischung und fragwürdigen Fangmethoden der Weltmeere.

Nur fünf Prozent der Fische  werden im Inland erzeugt

65.000 Tonnen Fisch werden in Österreich im Jahr verzehrt, aber nur etwas mehr als 3000 Tonnen – also rund fünf Prozent – stammen aus heimischer Produktion. Absoluter Renner mit knapp 1700 Tonnen waren dabei die diversen Forellenarten, heimische Karpfen – ein Großteil davon aus dem Waldviertel – machten rund 370 Tonnen aus. Achtzig Prozent der Fischimporte kommen aus dem Meer, der Rest, wie zum Beispiel Zander, aus dem Süßwasser.

Manuel Hinterhofer, der Geschäftsführer des Österreichischen Fischereiverbandes, sieht dabei gute Marktchancen für heimische Fische: „Die Produk tion von Fischen aus Aquakulturen ist in Österreich sicherlich im Steigen begriffen. Generell gibt’s ja in der Küche einen Trend zu regionalen Spezialitäten, das kommt auch dem heimischen Speisefisch entgegen.“

In Österreich werden derzeit 2800 Hektar Fischteiche bewirtschaftet, neunzig Betriebe liegen in Niederösterreich.

Projekte, wie der ursprünglich in Gutenstein gestartete Alpenlachs (mittlerweile im Eigentum der Soravia-Gruppe), haben zwar in den vergangenen Jahren viel zur Bekanntheit des heimischen Fisches beigetragen, rufen aber auch Kritik hervor: „Beim Alpenlachs handelt es sich bekanntlich um einen Eismeersaibling, also keineswegs um einen heimischen Fisch. Wer, wie früher, jeden Freitag ein Fischgericht gegessen hat, hat genug von den wichtigen Omega-3-Fettsäuren abbekommen“, so Hinterhofer.

Lediglich leicht steigend sieht den heimischen Fischmarkt Anka Lorencz vom heimischen Lebensmittelhandel: „Die Österreicher sind nach wie vor typische Fleischesser. Außerdem ist guter Fisch teuer und in der Zubereitung oft aufwändig.“

Ein – allerdings anonym bleiben wollender – Fischproduzent hat allerdings noch eine andere Erklärung für die geringen heimischen Zuwachsraten: „Europaweit boomt der Süßwasserfisch. Warum das in der heimischen Fisch-Produktionsstatistik nicht vermehrt zum Tragen kommt, darüber kann sich jeder seine eigenen Gedanken machen.“ Möglicherweise liegen die Angaben mancher heimischer Fischproduzenten unter dem tatsächlichen Wert …

Claudia Sprinz von Greenpeace Österreich, warnt jedenfalls vor der Ausbeutung der Meere durch Überfischung. Einige Arten wie Thunfisch oder Heilbutt sind in manchen Regionen bereits vom Aussterben bedroht. Sprinz appelliert, Fisch bewusst einzukaufen und auf heimischen Bio-Fisch zurückzugreifen, Greenpeace bietet dazu einen Fischratgeber an.

 www.forellenzuchtverband.at

 www.greenpeace.at