Erstellt am 01. August 2012, 12:44

Frauen heuer erfolgreicher bei Medizin-Aufnahme. Frauen waren bei den Aufnahmetests 2012 für das Medizinstudium insgesamt erfolgreicher.

Hauptverantwortlich dafür dürften aber nicht bessere Testleistungen gewesen sein, sondern die neue Auswertungsmethode an der Medizin-Uni Wien, wo erstmals die Testwerte für Männer und Frauen getrennt ermittelt wurden. Folge: Der Frauenanteil bei der Platzvergabe entspricht in etwa jenem beim Test (56 Prozent). In Innsbruck und Graz, wo Männer und Frauen gemeinsam ausgewertet wurden, waren die Frauen wie bereits in den vergangenen Jahren deutlich weniger erfolgreich als Männer. In Wien hatte die Medizin-Uni als Reaktion auf die schlechte Frauen-Erfolgsquote in den vergangenen Jahren eine neue "genderspezifische" Auswertungsmethode für den Eignungstest für das Medizinstudium (EMS) eingeführt. Für Frauen und Männer wurden dabei jeweils getrennt Mittelwert und Standardabweichung errechnet - anders als in den Jahren davor bzw. als in Innsbruck, wo beim gleichen Test die Werte für beide Geschlechter gemeinsam ermittelt werden. In Graz wird ein komplett anderer Test verwendet (bei dem die Testwerte aber ebenfalls für beide Geschlechter gemeinsam errechnet werden). Wie der Test in Wien bei der "traditionellen" Auswertung ausgegangen wäre, gab die Medizin-Uni auf APA-Anfrage nicht bekannt.

Insgesamt wurden in Wien 740 Studienplätze für Human- und Zahnmedizin vergeben, in Innsbruck 399 und in Graz 364. Auf Basis der geltenden Quotenregelung werden jeweils 75 Prozent der Plätze Bewerbern mit österreichischem Reifezeugnis, 20 Prozent EU-Bürgern und fünf Prozent Nicht-EU-Bürgern zugeteilt. Angetreten waren in Wien knapp 4.400 Personen, in Innsbruck 2.100 und in Graz 1.700.