Erstellt am 14. Juli 2011, 12:50

Frauen unterschätzen Herz-Kreislauf-Risiko. Obwohl weit mehr Frauen an Herz-Kreislauferkrankungen sterben als Männer, ist diese Tatsache in der Wahrnehmung noch nicht angekommen. Dementsprechend unterschätzen Frauen ihr Erkrankungsrisiko.

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Dieses Manko soll durch eine am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien vorgestellte Präventionskampagne verringert werden. Die Initiative "Zonta Golden Heart" richtet sich in erster Linie an die weibliche Bevölkerung und soll durch Informationen über Risikofaktoren und Tipps für gesundes Leben zu einer besseren Selbstwahrnehmung führen und die Herz-Kreislauf-Mortalität senken.

Nach Zahlen der Statistik Austria sind im vergangenen Jahr 48 Prozent aller Frauen und 37 Prozent der Männer an Herz-Kreislauferkrankungen gestorben. In einer eigens durchgeführten Pilotstudie mit 349 weiblichen und 276 männlichen Probanden wurde diese häufigste Todesursache zwar von 70 Prozent als solche identifiziert, beide Geschlechter zeigten jedoch massive Defizite im Erkennen von Risikofaktoren. Bei einem Durchschnittsalter von 47 Jahren besaßen 80 Prozent der Studienteilnehmerinnen ein mittleres und sechs Prozent sogar ein hohes kardiovaskuläres Risiko, aber nur 21 Prozent schätzten es richtig ein, während es von nicht weniger als 60 Prozent unterschätzt wurde. Anders die Männer: 58 Prozent überschätzten ihre Gefährdung, wie Studienautorin Teresa Haidinger, Kardiologin an der Wiener Universitätsklinik für Innere Medizin II, erläuterte.

Die Wissensdefizite bezüglich Risikofaktoren betrafen vor allem Diabetes Typ II, während ein erhöhter Cholesterinspiegel von 60 Prozent erkannt wurde. Mit der Entstehung einer Herz-Kreislauf-Erkrankung wurden vor allem Übergewicht und Bluthochdruck in Zusammenhang gebracht. Vielleicht überraschend: Der Ausbildungsgrad spielte beim Wissen über Risikofaktoren keine Rolle.

Die Initiative der Präventionskampagne ging vom Zonta Club Wien City aus, als Projektkoordinatorin fungiert die frühere Justizministerin Karin Gastinger. Als Partner habe man unter anderem die Niederösterreichische Gebietskrankenkassa, die Arbeiterkammer und die Weight Watchers gewonnen, sagte Gastinger. Unterstützt wird die Kampagne von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Gesundheitsminister Alois Stöger (beide S). Derzeit ist man auf der Suche nach Sponsoren. Die Initiative setzt unter anderem auf Vorträge, Kooperationen mit niedergelassenen Ärzten und Social Media Aktivitäten. Nicht mit dem "erhobenen Zeigefinger" wolle man Verbeugung betreiben, sagte Jeanette Strametz-Juranek, Kardiologin an der Wiener Uni-Klinik und Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats von "Zonta Golden Heart", sondern Lebensfreude in den Mittelpunkt stellen.