Erstellt am 30. Dezember 2013, 23:59

Für jahrelange Betreuung. Der AUVA-Pflegepreis geht heuer an Petra Bodisch aus Lassee im Bezirk Gänserndorf für die Pflege ihres Sohnes.

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Von Christine Haiderer

Vor neun Jahren brach sein Bruder auf dem Eis ein. Christopher versuchte, ihn zu retten. Dabei aber riskierte er sein eigenes Leben und war zu lange unter Wasser. Der Sauerstoffmangel hatte Folgen: Seitdem ist er ständig auf Hilfe angewiesen.

Diese kommt in erster Linie von seiner Mutter. „Petra Bodisch trägt die Hauptlast der Pflege und versucht, ihren Sohn so gut wie möglich zu fördern“, so Friederike Lackenbauer, Direktorin der AUVA-Landesstelle Wien, über die diesjährige Preisträgerin des AUVA-Pflegepreises für NÖ. „Der AUVA-Pflegepreis wurde geschaffen, um Menschen in den Mittelpunkt zu rücken, die eine Aufgabe übernommen haben, die Aufgabe, Angehörige zu Hause zu pflegen und betreuen.“ Im Fall von Petra Bodisch auch nachts. „Man ist wie im Halbschlaf“, beschreibt sie. Wie eine Mutter mit einem Baby. Immer bereit aufzuwachen. Immerhin kann es vorkommen, dass Christopher einen epileptischen Anfall hat oder erbricht. Oft aber wacht er nur auf, spricht ein wenig und schläft wieder ein.

Ein anderes Problem für die Mutter, die sich auch um ihre zwei jüngeren Söhne – dem im Eis Eingebrochenen geht es übrigens gut – und den Haushalt kümmert, ist Christophers Ernährung. „Er isst sehr wenig.“ Daher kennt sie sich mittlerweile bestens aus mit Kalorienwerten. „Es ist nicht so einfach. Aber ihm geht es gut. Und solange er fröhlich ist“, lächelt sie. „Christopher ist fast blind, aber trotz allem ein fröhliches, lustiges Kind.“ Das fiel bei der Verleihung auch Landesrätin Barbara Schwarz auf: „Dass Menschen für ihn da sind, das merkt man, wenn man auf ihn zugeht.“

Wichtig ist Bodisch, dass ihr Sohn eine Tagesstätte in Wien besuchen kann. Der aktuelle Fahrdienst braucht aber zu lange. Daher wünscht sie sich, den Führerschein machen zu können. Dafür überreichte ihr Franz Wiedersich von der Wirtschaftskammer NÖ einen Gutschein der Fahrschule Easy Drivers Skarabela in Groß-Enzersdorf.

Was sie sich noch wünschen würde? „Einen Lottosechser“, lacht sie. „Das Haus ist eine Baustelle.“ Zwar wurde das Zimmer von Christopher schon renoviert. Der Rest aber muss noch an den im Rollstuhl Sitzenden angepasst werden.

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