Erstellt am 08. November 2010, 00:00

Gans köstlich. MARTINIGANSL / Jedes Jahr rund um den 11. November locken Wirtshäuser in ganz Niederösterreich mit Geflügel.

Egal ob man sie zuhause selbst macht oder im Wirtshaus genießt – man wartet gerne ein Jahr, bis endlich wieder die Zeit des Martinigansl gekommen ist.LUZIA ELLERT  |  NOEN
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VON CHRISTINE HAIDERER

Der Legende nach wollte der heilige Martin (316-397) nicht Bischof von Tours werden und versteckte sich im Stall. Die Gänse aber schnatterten so laut, dass man ihn fand. Und er wurde Bischof.

Seitdem landen am 11. November zu Martini (der Tag, an dem er beigesetzt wurde) die Gänse am Teller.

Und das fast immer auf dieselbe Weise: „Ein knuspriges Weidegansl mit Erdäpfelknödel, Rotkraut und warmem Speck-Kraut-Salat – das ist der Klassiker“, verrät NÖ-Wirtshauskultur-Obfrau Ulli Amon-Jell. In ihrem Gasthaus bietet sie zwar auch andere Speisen rund ums Gansl an, wie Gansfrühlingsrollen oder Gansgröstl. Das klassische Gansl ist den Gästen aber am liebsten.

So lieb, dass sich manche sehr lange darauf freuen. „Im September rufen die Leute schon an“, erzählt Jell. Um zu reservieren. Und das muss man auch. „Meine Tische sind zur Ganslzeit immer sehr rar.“

Gansl verteilt auf ganz NÖ

Das gilt natürlich für viele Wirtshauser in NÖ. Es wird wohl kaum einen Mitgliedsbetrieb geben, der zur Gansl- zeit kein Gansl auf der Karte stehen hat, glaubt die Obfrau der NÖ Wirtshauskultur, die ihre Gänse aus dem Waldviertel hat. Immerhin: „Wir, die NÖ Wirtshauskultur, haben uns dazu verschrieben, heimische Produkte auf die Karte zu setzen.“

Außerdem können sie dort den ganzen Sommer über auf der Weide rumlaufen und werden dadurch weniger fett und bekömmlicher.

Auch für Manfred Erber – seine Gänse bekommt er von einem Biohof in St. Leonhard – spielt die artgerechte Haltung eine Rolle. „Wir wissen, wo sie herkommen, das ist uns ganz wichtig. Wir wollen das und unsere Gäste auch.“ Auch wenn die Gänse etwas teurer sind. Aber das ist ok, weil es für die Bauern aufwändiger und langwieriger ist, sie groß zu ziehen. „Sie brauchen doppelt so lange, wie eine Gans, die gestopft wird.“