Erstellt am 13. September 2010, 00:00

Gefährlicher Klick. Medikamente aus dem Internet können gefälscht sein und damit lebensgefährlich, aber auch sehr teuer.

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22.946 Potenzpillen in einem Koffer – am Flughafen Schwechat fingen Zöllner einen Passagier ab, der großteils gefälschte Viagra-Pillen mit einem Schwarzmarkt-Wert von 100.000 Euro von Thailand nach Österreich geschmuggelt hatte. „Das zeigt auf, um welche Mengen es sich hier handelt“, verweist Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka auf das wachsende Problem der gefälschten Medikamente.

Gefahr besteht vor allem im Internet. So sind 95 Prozent aller Internet-Medikamente, die von Behörden aufgegriffen wurden, Fälschungen oder von schlechter Qualität. Teilweise enthalten solche Fälschungen Schadstoffe, Staub, Kot oder sogar Gift. Sie können keinen Wirkstoff enthalten oder aber auch stark überdosiert und damit lebensgefährlich sein.

Diese Gefahr ist aber oft nicht zu erkennen, da die gefälschten Arzneien kaum von echten zu unterscheiden sind. Um auf dieses Risiko aufmerksam zu machen, haben Finanzministerium und Apothekerkammer die Initiative „Auf der sicheren Seite“ gestartet. Auch, um daran zu erinnern, dass diese Medikamente teuer werden können. Zum einen, weil sie laut Apothekerkammerpräsident Heinrich Burggasser teilweise im Netz teurer sind als in der Apotheke. Zum anderen, weil es in Österreich verboten ist, rezeptpflichtige Medikamente aus dem Internet zu bestellen. „Wir haben Verwaltungsstrafen bis zu 7260 Euro im Gesetz vorgesehen.“ Übrigens verfolgt laut Lopatka eine eigene Einheit alles, was im Internet illegal passiert, vom Glücksspiel bis zu Medikamenten.

www.auf-der-sicheren-seite.at

Letztes Jahr wurden 593 Sendungen mit 27.095 Medikamenten in Österreich beschlagnahmt. An der Spitze stehen Potenzmittel, gefolgt von Haarwuchsmitteln und Diätmitteln.SYMBOLFOTO: NÖN