Erstellt am 07. November 2011, 00:00

Gefahr Narkose. IN ÖSTERREICH / Propofol darf bei Kindern nur bei kurzen Eingriffen eingesetzt werden.

Der Fall einer Dreijährigen, die Klebstoff verschluckt hatte und später in der Innsbrucker Klinik verstarb, macht Propofol wieder zum Thema.

Bei Kindern wird Propofol üblicherweise nur eingeschränkt verwendet. „Die NÖ Landeskliniken setzen das Narkotikum im Rahmen von Narkosen ein. Bei Langzeitsedierungen bei Kleinkindern wird das Medikament nicht eingesetzt“, so Markus Klamminger, stellvertretender medizinischer Geschäftsführer der NÖ Landeskliniken-Holding. Was aber ist entscheidend, ob es ein Kind bekommt oder nicht? „Die Länge und die Absicht, mit der man es verabreicht“, erklärt Marcus Müllner, Leiter des Bundesamts für Sicherheit im Gesundheitswesen.

Propofol zählt zu den Allgemeinanästhetika. Diese haben zum einen das Ziel, Patienten bewusstlos zu machen, um Operationen oder Untersuchungen zu ermöglichen. Das dauert meist ein paar Stunden. Zum anderen werden Anästhetika auch zur Sedierung eingesetzt, etwa wenn der Patient auf der Intensivstation beatmet werden soll. Das hingegen kann bis zu Wochen dauern.

Zugelassen ist Propofol bei Kindern über einem Monat für eine Vollnarkose und während diagnostischer und chirurgischer Eingriffe. Bei Patienten ab 17 darf es zudem bei künstlicher Beatmung (Intensivbehandlung) eingesetzt werden. Bei Jüngeren aber nicht. Denn: „Wir haben beobachtet, dass bei Kindern, bei denen es längerfristig angewendet wurde, sehr selten weltweit metabolische Azidose und Rhabdomyolyse auftreten“, so Müllner. Wobei nicht ganz sicher ist, ob wirklich Propofol zu dieser Übersäuerung des Blutes und dem Zerfall der Muskelfasern geführt hat.