Erstellt am 29. Januar 2015, 12:09

Neue Forderungen von Nichtraucher-Schützern. Mit dem bevorstehenden generellen Rauchverbot in der Gastronomie sieht sich die Schutzgemeinschaft für Nichtraucher in ihren langjährigen Bemühungen bestätigt und hat am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien gleich neue Forderungen präsentiert.

So dürften keine Zigaretten mehr an Unter-18-Jährige verkauft werden und im Freien nicht neben Kindern oder Nichtrauchern geraucht werden dürfen. Unter dem Motto "steter Tropfen höhlt den Stein" habe man eine Trendumkehr geschafft und einen Sieg der Vernunft errungen, meinte Bundesleiter Robert Rockenbauer zum bevorstehenden Tabakbann in der Gastronomie. Zu Danken sei dies vor allem Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP).

Es sei schon höchste Zeit für diese Maßnahme gewesen, da unser Land bereits als "Aschenbecher Europas" bemitleidet worden wäre. Nach einem Jahr Gewöhnung würden sich alle fragen, warum man nicht schon früher den Rauch aus den Lokalen verbannt hat. Einziger Verlierer sei nun die Tabakindustrie, wohingegen auch die Raucher profitieren würden, entweder durch weniger Konsum oder völlige Abstinenz. Bezüglich der Entschädigungen für räumliche Veränderungen lehnt Rockenbauer solche Maßnahmen auf Kosten der Steuerzahler ab, kann sich jedoch verkürzte Abschreibungsmöglichkeiten und vor allem eine Erhöhung der Tabaksteuer vorstellen.

Flächendeckende Kontrolle notwendig

Für die Umsetzung des Verbots sei eine flächendeckende Kontrolle durch Gewerbeamt, Arbeitsinspektorat, Lebensmittelkontrolleure, aber auch Polizei und sogar "Parksheriffs" notwendig. "Das heißt nicht, dass man neben jeden Wirt 24 Stunden einen Polizisten hinstellt, sondern dass jederzeit mit Kontrollen gerechnet werden muss", sagte Rockenbauer. Zudem sollten die Strafen drastisch sein, bei Verstößen jedes Mal verdoppelt werden und dem Gastronom nach dem fünften Verstoß die Gewerbeberechtigung entzogen werden.

Ebenso verlangen die Tabakgegner ein Rauchverbot bei Zeltfesten und in Vereinslokalen. Shisha und E-Zigaretten seien den normalen Glimmstängeln gleichzusetzen und ein Rauchverbot im Auto richtig, nicht nur wegen der Gesundheitsgefahr für mitfahrende Kinder, sondern auch wegen der Ablenkung. Zigaretten sollten nicht mehr an Unter-18-Jährige verkauft werden dürfen, was derzeit nur in drei EU-Staaten zulässig sei.

Zigarettenautomaten abschaffen

Damit die Jugendlichen dieses Verbot nicht umgehen, seien alle Zigarettenautomaten abzuschaffen, meinte Rockenbauer. Ebenso gefordert werde ein Rauchverbot im Freien wie in Gastgärten, Bädern oder Spielplätzen, also überall dort wo Kinder und Nichtraucher belästigt werden könnten.

Manfred Neuberger von der Initiative Ärzte gegen Raucherschäden wies deutlich auf die positiven Folgen eines Rauchverbots in des Gastronomie hin: In den betroffenen Ländern habe die Zahl der Herzinfarkte innerhalb eines Jahres um zehn bis 20 Prozent abgenommen, jener anderer Herzkrankheiten sogar von 20 bis 40 Prozent. Langfristig würden auch die Krebsfälle sinken, ist sich der Internist sicher. Besonders und vor allem kurzfristig würden die Wirte und deren Personal gesundheitlich profitieren.