Erstellt am 16. Mai 2011, 14:29

Gemischte Bilanz bei e-Medikation. Eine gemischte Bilanz über das seit sechs Wochen laufende Pilotprojekt zur e-Medikation haben am Montag der Hauptverband der Sozialversicherungsträger und die Wiener Ärztekammer gezogen. Hauptverbands-Chef Schelling zeigte sich mit der Zahl der Anmeldungen zufrieden, gestand aber "Kinderkrankheiten" am System ein.

Eine gemischte Bilanz über das seit sechs Wochen laufende Pilotprojekt zur e-Medikation haben am Montag der Hauptverband der Sozialversicherungsträger und die Wiener Ärztekammer gezogen. Hauptverbands-Chef Schelling zeigte sich mit der Zahl der Anmeldungen zufrieden, gestand aber "Kinderkrankheiten" am System ein.

Mit der e-Medikation werden vom Arzt verordnete oder vom Apotheker rezeptfrei erhältliche Medikamente elektronisch erfasst. Damit können Wechselwirkungen überprüft und Mehrfachverordnungen vermieden werden, um die Sicherheit der Patienten bei der Einnahme von Arzneimitteln zu erhöhen. Beteiligt an den seit 1. April laufenden Pilotprojekten sind Oberösterreich (Bezirke Wels, Wels-Land, Eferding und Grieskirchen), Wien (Donaustadt und Floridsdorf) und Tirol (Bezirke Reutte, Imst und Landeck). Dort nehmen bis jetzt insgesamt 87 Ärzte, 53 Apotheken und in jeder Region mindestens ein Krankenhaus teil.

Bis jetzt haben 3.578 Patienten zugestimmt. Von der von Schelling als Ziel genannten Beteiligung von zehn Prozent der rund 500.000 Krankenversicherten in den Testregionen - das wären 50.000 Personen - ist man zwar noch ein großes Stück entfernt. Für Wiener Ärztekammer-Vizepräsidenten Johannes Steinhart ist daher noch "große Informationsarbeit" nötig.

Das Pilotprojekt selbst findet die praktische Ärztin Barbara Degen zwar erfreulich, in der Praxis haben sich bei ihr allerdings einige "Stolpersteine" gezeigt. Als Beispiel führte sie etwa an, dass mit der Software eine Wiederverschreibung von Medikamenten an eine Frist gebunden sei, was bedeute, dass sie Patienten ihre Arzneimittel manchmal erst in einigen Tagen verschreiben könne.

Steinhart beklagte, dass einzelne Ärzte von Softwart-Herstellern abgelehnt worden seien und betonte, das System könne kein "Selbstbedienungsladen" für Software-Firmen sein. Schelling stimmte zu, dass die Teilnahme nicht über die Software-Hersteller definiert werden könne.