Erstellt am 26. September 2011, 00:00

Genuss liegt in der Luft. TAG DES KAFFEES / Er gilt als „Muntermacher“, der die körperliche Leistungsfähigkeit erhöht: Dem Lieblingsgetränk der Österreicher ist am 1. Oktober ein eigener Tag gewidmet.

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VON CHRISTIAN BAYR

Österreichs liebstes Heißgetränk ist und bleibt der Kaffee: Rund 162 Liter Bohnenkaffee schlürft jeder Österreicher im Jahr, das entspricht einem Konsum von fast drei Tassen täglich.

Die Ära des Filterkaffees neigt sich allerdings langsam dem Ende zu, bereits 60 Prozent des Kaffees werden mit Einzelportionsmaschinen oder Vollautomaten hergestellt. Heuer findet deshalb am 1. Oktober landesweit wieder der „Tag des Kaffees“ statt.

66.000 Tonnen Kaffeebohnen  werden jährlich importiert
153,4 Millionen Sack Rohkaffee werden heuer weltweit produziert. Weltgrößtes Produktionsland ist Brasilien, wo fast ein Drittel des gesamten Kaffeeanbaus stattfindet. Kaffeepflanzen bringen nach drei bis vier Jahren ihren ersten Ertrag, nach acht Jahren erreichen die Kaffeebäume ihr höchste Produktivität. Die Kaffeebohnen werden vor dem Gebrauch geröstet, wobei sie bei steigender Temperatur (bis 260 Grad) unter atmosphärischem Druck trocken erhitzt werden. Österreich importierte zuletzt etwa 66.000 Tonnen Rohkaffee jährlich.

Generell unterscheidet man zwischen den beiden Hauptsorten Arabica und Robusta, wobei der Arabica deutlich weniger Säure enthält als der günstigere Robusta. Kaffeebohnen enthalten eine bunte Mischung aus Zitronen-, Essig- und Apfelsäuren, die ihrerseits die Verdauung anregen. Diese Säuren sind allerdings sehr fragil, weshalb man Kaffee nicht zu lange auf einer Warmhalteplatte stehen lassen sollte, weil er mit der Zeit im wahrsten Sinne des Wortes „sauer“ wird.

Der bekannteste Inhaltsstoff ist zweifelsohne das Koffein, das ja bekanntlich die Wachheit unterstützt. Umgekehrt bedeutet dies aber auch, dass große Mengen spätabends getrunken auch das Einschlafen verzögern können. Studien zeigen aber auch, dass Kaffee die körperliche Leistungsfähigkeit verbessert. Kaffee gilt bei einigen Erkrankungen als krankheitsmildernd, etwa bei Asthma, Diabetes, Alzheimer oder Gallensteinen.

Gemahlenen Kaffee immer  in der Packung aufbewahren
Auch wenn die Kapselmaschinen und Vollautomaten im Vormarsch sind, so kann man doch auch beim Filterkaffee noch einiges an Qualität herausholen.

Der Kremser Franz Grünwald, Leiter der Tchibo-Kaffeeakademie: „Idealerweise sollte man auch für zu Hause ganze Kaffeebohnen kaufen, die man vor dem Verbrauch portionsweise mahlt. Wenn Sie ihre gemahlenen Kaffee in der Aromadose aufbewahren, so lassen Sie ihn in der Packung, die man nach dem Entnehmen sofort wieder gut verschließt. Nach dem Kontakt mit Sauerstoff verliert Kaffee innerhalb von 30 Minuten bereits die Hälfte seiner Aromastoffe“. Denn die Aromen des Kaffees sind sehr flüchtig: „Alles, was Sie beim Öffnen der Packung in der Nase riechen, hat sich bei der Zubereitung schon wieder verflüchtigt“, sagt Grünwald.

Auch dem Wasser kommt entscheidende Bedeutung zu. Das Kaffeewasser lässt man über einen handelsüblichen Wasserfilter laufen, das filtert vor allem den Kalk heraus. Wenn nämlich der Heizstab in der Filtermaschine nicht mehr die richtige Temperatur erzeugen kann, dann werden die Geschmackstoffe nicht mehr richtig ausgewaschen und der Kaffee schmeckt dann fad.

Der Tag des Kaffees wird heuer am 1. Oktober übrigens bereits zum 10. Mal begangen, im Juni 2012 findet dann erstmalig die Barista-Weltmeisterschaft (Barista sind Experten in der Kaffeezubereitung) in Wien statt.