Erstellt am 29. November 2010, 00:00

Gesünder leben. PROGRAMM / Die Teilnehmer von Vorsorge-aktiv zeigen, dass ein gesünderer Lebensstil bessere Gesundheitswerte bringt.

Martin Leeb mit einem Bild, wie er früher ausgesehen hat, im Vergleich zu heute, Edith Bulant-Wodak (Gesundes NÖ), Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka und Gerald Gartlehner vom Department für Evidenzbasierte Medizin und klinische Epidemiologie an der Donau Uni Krems.  |  NOEN
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VON CHRISTINE HAIDERER

„Ich halte momentan bei 110 Kilo“, freut sich Martin Leeb, Amtsleiter und Vizebürgermeister von Ruprechtshofen.

Begonnen hatte alles mit 160 Kilo. Eine Magenbypass-Operation und ein halbes Jahr Vorsorge-aktiv später waren es allerdings nur noch 110 Kilo. Vorsorge-aktiv ist ein Programm zur nachhaltigen Lebensstiländerung der Initiative Gesundes NÖ (Anmeldung erfolgt über den Arzt, Kosten: 80 Euro). Dabei werden die Teilnehmer von Medizinern, Ernährungsberatern und Sportwissenschaftern auf dem Weg zu mehr Wohlbefinden beraten, begleitet und unterstützt.

„Die Begleitung von Vorsorge-aktiv war für mich irrsinnig wertvoll“, sagt Leeb. Besonders was die Bereiche Ernährung und Sport betrifft. Denn: Wenn man schnell abnimmt, besteht die Gefahr, dass alles runterhängt. Sport und Bewegung, wie sie bei den regelmäßigen Treffen der Vorsorge-aktiv-Gruppen am Programm stehen, wirken dem aber entgegen.

Neben Leeb konnten letztes Jahr aber auch die anderen der über 350 Teilnehmer an 26 Standorten (jetzt sind es bereits 800 Teilnehmer an 46 Standorten) profitieren: Im Durchschnitt hatten sie 3 Kilos abgenommen, der BMI wurde bei den Frauen um 1,2 Einheiten reduziert, bei den Männern um 0,9. Und die Cholesterinwerte sind auf unter 200 gefallen. Und: „Die Leute fühlen sich gesünder und wohler“, freut sich Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka, der in Vorsorgeprojekten wie Vorsorge-aktiv den Vorteil sieht, dass sie volkswirtschaftlich sinnvoll sind, weil gesunde Menschen weniger Kosten verursachen, vor allem aber meint: „Nur der, der gesund alt wird, hat Lebensqualität.“

Mehr Lebensqualität und ein geringeres Risiko

Und die war bei den Teilnehmern zu Beginn gar nicht rosig, besagt eine Befragung der Teilnehmer: „Die durchschnittliche Lebensqualität bei denen, die Vorsorge-aktiv begonnen haben, lag bei dem, was 70-Jährige angeben“, erklärt Gerald Gartlehner, Leiter des Departments für Evidenzbasierte Medizin und klinische Epidemiologie an der Donau Uni Krems. Der Leidensdruck war sehr groß. Laut Gartlehner hat sich das durch das Programm aber geändert.

Durch das Programm wurde auch das Risiko für Herzkreislauf-Erkrankungen gesenkt, so das Ergebnis eines gesundheitsökonomischen Modells. Basis dafür sind Daten von zwei Millionen Briten, deren Werte und Erkrankungen jahrelang kontrolliert wurden. Um herauszufinden, welche Risikofaktoren zu welchem Problem führen. Die Teilnehmer von Vorsorge-aktiv wurden anfangs untersucht und ihre Werte in Hinsicht auf die britischen Ergebnisse betrachtet. „Jeder Neunte hätte mit einem kardiovaskulären Ereignis rechnen müssen“, meint Gartlehner. Am Ende des Programmes wurden die Werte wieder überprüft. Diesmal waren sie viel besser. Und damit war auch die Wahrscheinlichkeit, etwa einen Herzinfarkt zu erleiden, gesunken. Gartlehner: „Das Risiko, ein kardiovaskuläres Ereignis zu haben, hat sich um 25 Prozent reduziert“, das Risiko für Todesfälle um 20 Prozent.www.gesundesnoe.at