Erstellt am 10. Januar 2011, 00:00

Gesund im Raum. SCHADSTOFFE / Wer eine gute Luftqualität haben will, sollte schon beim Innenausbau an die richtigen Materialien denken.

junge frau trinkt orangensaft am boden  |  NOEN

VON CHRISTINE HAIDERER

Wohnen, arbeiten, schlafen – die meiste Zeit verbringt der Mensch in geschlossenen Räumen. „Gute Qualität der Innenraumluft und angenehmes Raumklima sind daher für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit von grundlegender Bedeutung“, so die Broschüre „Ökologisch bauen & gesund wohnen“ von “die umweltberatung“.

Meist jedoch ist die Luft belastet. Durch Zigaretten, das Kohlendioxid aus der Atmung, Gasherd & Co., Putzmittel, Parfums – und durch die Ausgasung aus Baumaterialien, Innenausstattung und Einrichtung.

Von Innenwänden und Bodenbelägen

Umso wichtiger ist es schon beim Entstehen des eigenen Wohlfühlreiches auf die richtigen Stoffe zu achten. In verschiedenen Bereichen. „Innenwände und Bodenbeläge haben enormen Einfluss auf Luftqualität und Raumklima“, so Peter Haftner von “die umweltberatung“. Dabei ist zum Beispiel an Holzwerkstoffplatten, die für Unterkonstruktionen von Wänden und Fußböden im Trockenbau verwendet werden, zu denken. Holzwerkstoffe zählen zu bedeutenden Quellen für Formaldehyd in der Raumluft. Das Problem: Formaldehyd kann zu Reizungen der Schleimhäute, Beschwerden der Atemwege, Unwohlsein und Kopfschmerzen führen, gilt als allergieauslösend und krebserzeugend. Spanplatten müssen der Emissionsklasse E1 entsprechen. Noch besser ist es aber, wenn sie noch geringere Werte aufweisen, wie Produkte, die durch das Gütesiegel „Der Blaue Engel“ ausgezeichnet werden. Noch besser ist es übrigens, Vollholz zu verwenden. Generell sind Gütesiegel (wie etwa das Österreichische Umweltzeichen, natureplus oder das IBO-Prüfzeichen) wie auch Produkttests in Zeitschriften gute Indikatoren, um die richtigen Produkte zu finden. Ohne diese Hilfen ist es schwer. Immerhin gibt es europaweit rund 20.000 verschiedene Materialien und Bauprodukte.

Auf Gütesiegel achten sollte man auch bei Wandfarben. Da sie meist auf großen Flächen verwendet werden, können sie sich selbst bei einem geringen Schadstoffgehalt auswirken. „Ein gesunder Anstrich gibt keine Schadstoffe ab, lädt sich nicht elektrostatisch auf, ist durchlässig für Wasserdampf und trägt so zu einem gesunden Raumklima bei“, heißt es in der Broschüre. Empfehlenswert sind Kasein- und Leimfarben (erhältlich als Pulver zum Selbstanrühren) und besonders empfehlenswert sind mineralische Farben (wie Kalk- und Silikatfarben), weil sie schadstofffrei und offenporig sind.

Luftqualität und Raumklima sind wichtig für Wohlbefinden, Gesundheit und Konzentrationsfähigkeit.WALDHÄUSL