Erstellt am 06. Juni 2011, 07:50

Gesundes Spielparadies. GESTALTUNG / Für ein gesundes Kinderzimmer kann die Lage des Zimmers wichtig sein, vor allem aber, welche Materialien man verwendet und inwieweit man Schadstoffe vermeiden kann.

 |  NOEN
VON CHRISTINE HAIDERER

Schimmel, Tabakrauch, Formaldehyd, Biozide, Weichmacher – in der Luft schwirrt so einiges herum. Vieles davon hat Auswirkungen auf Gesundheit. Insbesondere bei Kindern.

Immerhin: „Kinder sind in vielen Fällen empfindlicher als Erwachsene“, erläuterte der Umweltmediziner Hanns Moshammer bei der Umweltberatung-NÖ-Tagung „Das ökologische Kinderzimmer“. „Weil Kinder wachsen, brauchen sie mehr Luft, mehr Flüssigkeit … Und damit nehmen sie mehr Schadstoffe auf.“ Und das in einer Zeit, in der sich alles entwickelt. Wie die Atemwege. Diese sind bei der Geburt noch nicht fertig. Die Lunge wächst sogar noch bis zum Ende der Pubertät.

„Der wichtigste Schadstofffaktor im Innenraum ist das Rauchen“, so Moshammer. Und der zeigt, dass schon vor der Geburt Schaden verursacht werden kann. So ergab eine Studie, dass Kinder, deren Eltern in der Schwangerschaft geraucht haben, eine schlechtere Lungenfunktion haben. Besser ist die Lungenfunktion – das zeigten andere Studien – wenn in der Wohnung der Kinder kein Schimmelbefall ist, ein Teppichboden liegt und die Wohnung nicht in der Stadt, sondern etwas außerhalb ist. Aber auch der Straßenverkehr spielt eine Rolle. Dabei gilt: „Im Großen und Ganzen haben Sie das, was draußen ist auch innen.“ Einfach nur das Fenster zu einer stark befahrenen Straße zu schließen, hilft nicht. Eine Lösung wäre, ein Zimmer in den Hof als Kinderzimmer zu verwenden.

Nachwachsende Rohstoffe  und Schädliches vermeiden

Auch wenn es darum geht, das Kinderzimmer herzurichten, sollte man auf mögliche Schadstoffe achten. Immerhin: „Der Austausch mit der Umwelt ist bei Kindern viel intensiver“, sagt Peter Haftner von der Umweltberatung NÖ. Sie liegen am Boden, schlecken vieles ab … Daher sollte man bei der Auswahl der Materialien darauf achten, dass nachwachsende Rohstoffe verwendet werden. Schädliche Stoffe sollten vermieden werden, wie HFKW-Treibgase in Dämmstoffen, PVC-Kunststoffe und Einzelschadstoffe wie Halogene, Schwermetalle und Lösungsmittel in Oberflächenbehandlungsmitteln, Formaldehyd in Holzwerkstoffplatten, Phthalate (Weichmacher) in Dichtmassen und Klebstoffen. Oberflächenbehandlungsmittel (Holzschutz, Lacke, Lasuren) sollte man generell möglichst vermeiden.

Auf Umweltzeichen achten  und Vollholzmöbel

Darüber hinaus sollte man auf Umweltzeichen achten (das österreichische Umweltzeichen, Prüfzeichen des Instituts für Baubiologie, nature plus …). Fürs Kinderzimmer empfiehlt Haftner Kalk- oder Lehmputz, mineralische Wandfarben oder Kaseinfarben, Fußböden aus Holz, Kork oder Linoleum und Vollholzmöbel. Weitere Infos dazu gibt es in „Das ökologische Kinderzimmer. Ein gesundes Nest für unsere Kleinen“, Broschüre der Umweltberatung – Bestellung: 02742 / 718 29, www.umweltberatung.at