Erstellt am 30. September 2012, 19:12

Gesundheit. tragen dazu bei, wie es Körper & Psyche geht.

Von Christine Haiderer

Ob man sich gesund ernährt, wie man lebt, ob man sich bewegt – all das kann die Gesundheit beeinflussen. Und das nicht nur in der Jugend, sondern auch im besten Alter. In diesem ändern sich zwar manche Bedingungen (Stoffwechsel, Wasserhaushalt …), so zu leben, dass die Gesundheit davon profitiert, ist aber trotzdem möglich.

Bei Bewegung etwa ist es entscheidend, die richtige Sportart zu finden. Eine, die Spaß macht, eine, die man in den Alltag gut unterbringen kann, riet Bewegungsexperten Edith Bierbaumer bei der Auftaktveranstaltung der Reihe „Frauen und Gesundheit“ des Frauenreferates in St. Pölten. Gut sind gehende, sanfte und gleichmäßige Bewegungen, Nordic Walking, Langlaufen … Und zur Vorbeugung von Osteoporose? Krafttraining, Bewegung mit Sprüngen und Stößen. Dazu kommt Koordinations- und Gleichgewichtstraining (über einen Baumstamm balancieren, auf einem Bein Zähneputzen, Tanzen …). Zum gesunden Lebensstil gehört aber auch die mentale Gesundheit. Und die richtige Ernährung. Empfehlenswert für reife Frauen: Viel Flüssigkeit, kalziumreiche Ernährung (Milchprodukte … ), Vitamin D (Fisch, Sonnenlicht …) und Brainfood (Hülsenfrüchte, Nüsse …). Am Abend sparsam essen. Und: viel Obst und Gemüse. Gedünstet.

Manchmal kann man sich aber erst überwinden, wenn der Arzt beim Vorsorge-Check darauf hinweist, dass man sich endlich mehr bewegen und gesünder essen muss. Dann kann vielleicht das sechsmonatige Programm „Vorsorgeaktiv“ der Initiative „Tut gut!“ helfen. Mittlerweile an 60 Standorten in NÖ. Mit 890 Teilnehmern. Denn dabei verringern sich BMI, Bauchumfang, das Risiko für Herzkreislauferkrankungen. Die Teilnehmer bewegen sich mehr (auch nach Ende des Programmes). Und: „Das Gesundheitsempfinden steigert sich“, so Ludwig Grillich beim Vorsorgeaktiv-Symposium in Krems.

Und Hilfe durch vernetzte Institutionen

Doch nicht nur man selbst hat Einfluss auf die Gesundheit. Gerade bei Kindern und Jugendlichen sind es auch äußere Umstände. „Wir wissen, dass jedes fünfte Kind in Deutschland schlechte Gesundheitsprognosen hat“, so Mechthild Paul vom Nationalen Zentrum Frühe Hilfen in Köln bei der Tagung der Österreichischen Gesellschaft für Public Health in St. Pölten. Weil bestimmte Lebenslagen die Situation der Familie verschärfen, wie Armut, psychische Erkrankungen … Um Belastungen von Eltern, die vielleicht später die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen, rechtzeitig zu erkennen, gibt es frühe Hilfen (Baby-Begrüßungsdienste, Familienhebammen …). Von diesen gab es auch schon früher jede Menge. Das Problem damals: „Eigentlich bräuchte die Teenager-Schwangere ein Managementsystem, um die Hilfen zu managen“, so Paul. Daher wurden Gesundheitssystem und Sozialsysteme vernetzt.

Auf Vernetzung und Kooperation setzt man auch bei Kinder- und Jugendgesundheitsstrategie des Gesundheitsministeriums. 180 Experten aus Wissenschaft, anderen Ministerien, von Versicherungen usw. wurden eingeladen, zu analysieren und Ziele formulieren. „Das Zusammenwirken aller wichtigen Partner im Gesundheitswesen und anderer Politikbereiche (‚Health in all Policies’) ist eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg bei der Umsetzung“, verrät Veronika Wohlschlager, Leiterin der Koordinationsstelle Kinder und Jugendgesundheit.