Erstellt am 11. Oktober 2010, 00:00

Gewalt ist kein Ausweg. Fachtagung zum Thema Gewaltprävention in Schule und Familie zeigte neue Strategien und erfolgreiche Projekte auf.

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VON TINA WESSIG

Familienlandesrätin Johanna Mikl-Leitner und Bildungslandesrat Johann Heuras waren sich einig: „Um Gewalt vorzubeugen, ist es das Wichtigste, dass Kinder in ihren Eltern Vorbilder haben. Wenn Kinder lernen, zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden, hat Gewalt keine Chance.“ Die Stärkung von Selbstbewusstsein und Konfliktfähigkeit stand im Mittelpunkt des Symposiums zur Prävention in St. Pölten.

Heuras wies auch auf deren Bedeutung an Schulen hin: „Ab kommendem Schuljahr wird es flächendeckend Schulsozialarbeit an den Berufsschulen geben.“ Oberstes Ziel aller Anstrengungen sollte es sein, die Haltung aller Beteiligten zu sensibilisieren, denn „bei Gewalt muss hin- und nicht weggeschaut werden“. Ehrengast war der norwegische Alternativ-Nobelpreisträger Johann Galtung: „Gewalt beeinflusst Menschen, dass sie für sich weniger verwirklichen können, als es tatsächlich möglich wäre.“

DieMünchner Soziologin Anita Heiliger klassifizierte das Thema Gewalt als Männlichkeitsphänomen: „Das patriarchale Männlichkeitskonzept legitimiert Gewalt als Männlichkeitsbeweis.“ Und die Leiterin der Kinder- und Jugendabteilung des Landeskrankenhauses Mistelbach, Jutta Falger, stellte klar: „Jedes Jahr wird eines von zehn Kindern körperlich oder psychisch misshandelt, zwei von zehn Mädchen und zwei von 20 Buben in ihrer Kindheit sexuell missbraucht. 40 bis 60 % der Gewaltopfer haben körperliche Verletzungen.“

WALDHÄUSL