Erstellt am 02. April 2012, 00:00

Grünes am Donnerstag. SPINAT / Am Gründonnerstag landet das Gemüse auf den heimischen Tellern. Neben vielen positiven Wirkungen ist allerdings wegen des hohen Nitratgehaltes auch Vorsicht geboten.

VON CHRISTIAN BAYR

Der Gründonnerstag ist – kulinarisch gesehen – seit jeher der Tag, an dem allerorts „grünes“ Gemüse gegessen wird. Gerade in unseren Breitengraden führt da am Spinat kein Weg vorbei. Bei den Kindern zwar nicht immer sehr beliebt, ist Spinat aber reich an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und den wertvollen Omega-3-Säuren – und leider auch an Nitrat.

Wer Spinat nicht nur essen, sondern auch anbauen will: Für den Sommerspinat wählt man einen schattigen Standort, während der Winterspinat eher die Sonne bevorzugt. Wenn man die Herzen stehen lässt, kann man viermal jährlich ernten.

Spinat ist eine sehr schnell wachsende Pflanze, die bereits zehn Wochen nach der Aussaat geerntet wird. Je nach verwendeter Sorte kann das Gemüse fast das gesamte Jahr über geschnitten werden.

Dazu nimmt man einfach die äußeren Blätter, damit die Pflanze von innen her wieder wächst. Spinat ist auch ein Indikator für stickstoffarmen Boden, weil sich in dem Fall die Ränder der Blätter gelblich verfärben.

Spinat ist eine wichtige  Nahrung für Schwangere

Spinat ist ein Jungmacher, er wirkt gegen freie Radikale und ist – als exzellenter Folsäure-Lieferant – ein wichtiges Nahrungsmittel für werdende Mütter.

Die großen Eisen-Mengen, dessentwegen man Generationen von Kindern mit dem grünen Alleskönner gequält hat, entspringen jedoch eher dem Märchenreich. Im Gegenteil: Die in ihm enthaltenen Pflanzensäuren sind häufig Ursachen von Allergien bei Kleinkindern.

Spinat ist reich an Nitrat, das durch falsche Behandlung in das schädliche Nitrit umgewandelt werden kann. Deswegen setzt man besser auf Freilandware, weil das Sonnenlicht den Umbau in pflanzeneigenes Eiweiß fördert. Durch Garen kann der Nitratgehalt um bis zu 70 Prozent abgebaut werden. Spinat sollte sofort nach dem Kochen gegessen werden, weil längeres Warmhalten die Nitritbildung fördert.

Will man das vielseitige Ganzjahresgemüse aufbewahren, so muss man es kurz blanchieren und im Eiswasser abschrecken.

Vitamin C schützt vor den  schädlichen Nitrosaminen

Das Restwasser drückt man dann aus, zur längeren Lagerung im Kühlschrank wird es mit einer Schicht Olivenöl bedeckt. Mit Vitamin C, also etwa Orangensaft oder Paprika versetzt, wird die Bildung der schädlichen Nitrosamine gehemmt.

Nierenstein-Patienten meiden Spinat allerdings besser, weil die hohe Konzentration an Oxalsäure jene Mineralstoffe bindet, die nur schwer ausgeschieden werden können. Ob Popeye der Seemann das alles gewusst hat?