Erstellt am 16. März 2011, 13:11

Grundstein für MedAustron gelegt. Das Projekt MedAustron in Wiener Neustadt ist mit der Grundsteinlegung am Mittwoch von der Planungs- in die Umsetzungsphase gelangt. In dem Zentrum für Forschung und Therapie mit Ionenstrahlung zur Behandlung von Krebs sollen künftig 1.200 Patienten im Jahr behandelt werden.

 |  NOEN, Erich Marschik
LH Erwin Pröll bezifferte die Investitionskosten mit 200 Mio. Euro und verwies auf die Schaffung von 200 hochqualifizierten Arbeitsplätzen.

MedAustron sei keine Geheimwaffe und auch kein Wundermittel, aber ein Hoffnungsschimmer für die Weiterentwicklung der Krebsbehandlung, so Pröll. Er erinnerte an das harte Ringen um das Projekt, für das das Land die Haftung übernommen hat. "Wo Forschung ist, entsteht Fortschritt und Vorsprung", beschrieb der Landeshauptmann den Weg der Region von alten, überholten Industrie- zu zukunftsträchtigen Strukturen. MedAustron sei ein Leitprojekt der niederösterreichischen Forschungs- und Technologiepolitik.

Auch Ministerin Beatrix Karl betonte die Bedeutung von Wissenschaft und Forschung als Faktoren für den Wirtschaftsstandort. 40 Prozent des BIP würden auf Entdeckungen der Forschung beruhen. Die Bundesregierung habe in LH Pröll einen starken Partner, verwies sie auf die im Bundesland entstandene Wissenschaftsachse mit Einrichtungen in Krems, Tulln, Klosterneuburg und Wiener Neustadt. MedAustron werde einen Impuls in der Behandlung Schwerkranker setzen.

"2013 wollen wir den ersten hier erzeugten Protonenstrahl feiern, 2015 sollen die ersten Patienten behandelt werden", umriss EBG-Aufsichtsratsvorsitzender (Errichtungs- und Betriebsgesellschaft) LAbg- Klaus Schneeberger den Zeitplan für das Projekt. In dem Zentrum für Ionentherapie werden Patienten mit Protonen (Kerne des Wasserstoffatoms) oder Kohlenstoffionen (Kerne des Kohlenstoffatoms) behandelt werden. "Kernstück" der Einrichtung ist der Teilchenbeschleuniger, in dem diese Teilchen nahezu auf Lichtgeschwindigkeit gebracht werden, bevor sie in die Strahlzuführung und anschließend in die Bestrahlungsräume münden.