Erstellt am 16. September 2013, 16:14

Gutes Öl braucht Ruhe. Ob aus Disteln, Raps oder Mohn: Die NÖN hat sich bei der Ölmühle Süss angesehen, wie kaltgepresste Öle am Bauernhof entstehen.

„Gepresst wird das ganze Jahr und rund um die Uhr“, erklärt Alois Süss. Vor gut zehn Jahren wurde aus dem Bauernhof in Gemeinlebarn (Bezirk St. Pölten Land) die „Ölmühle Süss“.
Heute handelt der Landwirtschaftsbetrieb mit zehn Ölsorten – sechs davon werden selbst gepresst. Raps, Sonnenblumen und Disteln baut Süss zum Teil selbst an oder bezieht sie von anderen Bauern. Mohn und Hanf kommen aus dem Waldviertel, „weil sie dort einfach besser gedeihen“.

Heimische Öle sind nicht so bekannt

Das Speiseöl, das am Bauernhof entsteht, wird im Gegensatz zum industriell erzeugten Öl nicht filtriert oder mit Lösungs- und Konservierungsmitteln verwaschen. „Gutes Öl braucht keine Chemie, sondern viel Ruhe. Raps muss fünf bis sechs Wochen lagern, bis sich das Öl abgesetzt hat“, erklärt Süss. Das Rapsöl verkauft der Ölerzeuger hauptsächlich an die Gastronomie. Konsumenten greifen in Monika Süss’ Hofladen eher zu ausgefalleneren Sorten: Verkaufshit ist etwa das hochwertige Distelöl. Sechs Kilo Disteln sind für einen Liter Öl notwendig, dafür erhalte man dann ein besonders feines Salatöl.

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„Es ist schade, dass die Verwendung der heimischen Öle nicht so bekannt ist“, meint Alois Süss. „Leinöl hat 58 Prozent Omega-3-Fettsäuren und hilft bei Magenproblemen. Wir haben oft Kunden, die von Ärzten zu uns geschickt werden“, ergänzt Monika Süss. Angefangen habe die Ölerzeugung als Hobby. „Am Anfang haben wir viel experimentiert, sogar mit Baumwolle oder Soja“, so Alois Süss. Heute lebt der Betrieb vor allem vom Rapsöl. Dafür hat der Betrieb sogar in eine 3,5 Tonnen schwere Ölpresse investiert.
Alles, was beim Pressverfahren abfällt, wird wiederverwertet: Sei es als Futtermittelzusatz, in der Biogasanlage im Nachbarort oder als Dünger. Über die großen Supermärkte will der Familienbetrieb sein Öl aber nicht vertreiben. Da sei man zu abhängig. Dafür hat die Familie Süss einen Handelspartner in Schweden. Im hohen Norden mag man die „exotischen“ Öle aus Disteln und Kürbiskernen.

 

Öl: Verwendungsmöglichkeiten und Lagerung

  • Distelöl: Das zartnussige Öl eignet sich für Salate oder zum Verfeinern von Gemüsegerichten. Sollte nur sanft erhitzt werden.
  • Rapsöl: verliert beim Erhitzen keine Vitamine und Fettsäuren. Gut geeignet zum Backen und Anbraten von Fleisch sowie für Salate, Gemüse und Suppen.
  • Leinöl: Kein anderes pflanzliches Öl liefert mehr Omega-3-Fettsäuren! Besonders köstlich zum Verfeinern von Müsli, Suppen oder Aufstrichen.
  • Kürbiskernöl: Das „schwarze Gold“ eignet sich für Salate, saures Rindfleisch oder Aufstriche.
  • Mohnöl, Walnussöl und Mandelöl: eignen sich bestens zum Backen oder verfeinern von Obstsalaten.
  • Sesamöl: ist ideal für Asiatisches, etwa für Wok-Gerichte.

Lagerung: Speiseöl ist mindestens sechs Monate haltbar, wenn es kühl und dunkel gelagert wird. Angebrochene Flaschen sollten am besten in den Kühlschrank.

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