Erstellt am 16. Januar 2012, 00:00

Heiße Luft, kaltes Nass. SAUNA / Duschen, Schwitzen, Abkühlen – der Ablauf rund um den Aufguss trainiert den Körper.

Zuerst wird warm geduscht. Damit Kosmetika und Schweiß verschwinden. Danach ordentlich abgetrocknet. Damit die Haut frei ist von Wasserperlen. Und dann geht es ab in die Sauna. Auf die mittlere oder die obere Bank. Nicht auf die untere! Denn: „Auf der untersten Bank muss man bei 65 Grad viel länger bleiben, um dieselbe Schwitzwirkung zu erzeugen, als auf den beiden oberen Bänken (80 bis 90 Grad)“, verrät „Das große Saunabuch“ – Autor Robert Kropf (Kneipp Verlag). „Und genau das strapaziert den Körper viel mehr.“

Hitzige Zeiten  für den Körper

Und dann? Dann wird’s heiß. Beim Saunagang erhöht sich die Temperatur im Körperinneren um bis zu 1,5 Grad, die der Haut um zehn Grad. „In weiterer Folge steigt die Schweißproduktion, da der Körper versucht, die Wärme abzuleiten.“ Bei drei Saunagängen können bis zu 1,5 Liter zusammenkommen. „Die Gefäße erweitern sich, die Durchblutung läuft auf Hochtouren, die Herzfrequenz steigt.“ Der Blutdruck sinkt und das Atemvolumen erhöht sich. Tipp: „Wer im Saunieren noch nicht so geübt ist, sollte die ersten Saunagänge mit acht bis zwölf Minuten begrenzen, später können es pro Durchgang auch 15 Minuten werden.“

Zum krönenden Abschluss folgt die Abkühlung. Die Körpertemperatur kehrt zum Normalwert zurück, Herzfrequenz und Puls beruhigen sich, die Gefäße ziehen sich zusammen, die Niere arbeitet normal, der Sauerstoffgehalt im Blut steigt und die Kälte bringt ein Gefühl von Frische.

Die Abkühlung beim Abspülen mit kaltem Wasser und im Tauchbecken ist besonders wichtig. Denn: „Ein Trainingseffekt durch das Saunieren entsteht nur dank des Wechsels zwischen heiß und kalt“, so Kropf. Apropos Effekt: Saunieren verbessert die Abwehrkräfte, reguliert den Blutdruck, lässt einen auch bei Stress im Alltag entspannt bleiben. Das Zusammenziehen der Blutgefäße macht die Venenwände straff und beugt Krampfadern vor, und deren Erweiterung sorgt für eine bessere Durchblutung der Haut. Die Wärme bringt Erholung für die Muskeln. Und der Körper lernt, sich schnell auf wechselnde Wetterbedingungen einzustellen.

Die Sauna meiden sollte man, wenn man erkältet ist, bei Krankheiten, die sich bei Wärme oder Kälte verschlechtern, und Erkrankungen des Nervensystems. Bei vielen weiteren Beschwerden und Bedingungen sollte man zuvor seinen Arzt konsultieren, etwa bei massiv hervorstehenden Venen oder Schwangerschaft.