Erstellt am 14. November 2011, 00:00

Hirntumoren wird Kampf angesagt. NEUE HOFFNUNG / Der Zellfarbstoff Gliolan kann Hirntumore kennzeichnen und erhöht so die Therapiechancen.

Im Landesklinikum Wiener Neustadt wird die neue Methode seit fünf Jahren erfolgreich angewendet. Auch für Laien gut erkennbar, die rot leuchtenden Krebszellen. Am Foto: Ärztlicher Direktor Primar Paul Christian Hajek, ÖVP-Klubobmann Klaus Schneeberger und Primar Johannes Burtscher.FRANZ BALDAUF  |  NOEN
x  |  NOEN

Das Landesklinikum Wiener Neustadt hat sich in den letzten Jahren verstärkt auf den onkologischen Bereich spezialisiert. Seit fünf Jahren werden dort auch neue Wege im Kampf gegen Hirntumore beschritten, mit Erfolg.

Verantwortlich dafür ist der Zellfarbstoff Gliolan, womit die Tumore gekennzeichnet werden – damit erhöhen sich auch die Therapiechancen.

Der Hirntumor gehört mit weltweit etwa 30.000 Neuerkrankungen pro Jahr zu den seltenen Krebsarten. Im Vergleich mit anderen Tumoren hat er jedoch eine besonders schlechte Prognose und ist schwierig zu operieren, da er stark in das gesunde Hirngewebe einwächst.

Ein Mittel, das der Patient vor der Operation einnimmt und die Krebszellen unter speziellem Licht rot leuchten lässt, konnte die Operationsergebnisse deutlich verbessern. „Gliolan wird im Landesklinikum Wiener Neustadt nun seit fünf Jahren angewendet, um während einer Tumoroperation bestimmte Hirntumore sichtbar zu machen. Der Chirurg kann so mehr Tumorgewebe entfernen, ohne dabei gesundes Gewebe zu verletzen. Wir waren eine der ersten Kliniken in Österreich, die diese Substanz im Einsatz hatten“, erklärt der Vorstand der Abteilung für Neurochirurgie, Primar Johannes Burtscher.

In den letzten Jahren konnten im Landesklinikum Wiener Neustadt mit dieser Methode große Erfolge für die Patienten erzielt werden. Nun steht man in der Behandlung bereits kurz vor dem nächsten Meilenstein. „In Zukunft steht ein weiterer Quantensprung bevor. Während der Operation soll die Substanz mit einem speziellen Laser angeregt werden und selbst mit der Zerstörung des Tumorgewebes beginnen“, skizziert der ärztliche Direktor des Landesklinikums Wiener Neustadt Primar Paul Christian Hajek den zukünftigen Weg.

„Die Art der Behandlung von Hirntumoren ist ein wesentlicher Meilenstein für alle betroffenen Krebspatienten aus dem Süden Niederösterreichs, aber auch für alle aus den angrenzenden Bundesländern. Mit dem Neubau des Landesklinikums in unmittelbarer Nähe von MedAustron wird dieser Krebs-Schwerpunkt in Zukunft noch weiter ausgebaut werden“, so Klubobmann Klaus Schneeberger.