Erstellt am 29. August 2011, 00:00

Hohe Zeit von Birne und Apfel schon früher. MOSTBIRN-ERNTE / Heuer wird es besonders viel Most in bester Qualität geben. Die reinsortigen Birnenmoste sind stark im Kommen, der Trend geht klar zu jugendlich-frischen Mosten.

Nach der großen Hitze warten die ersten jungen Moste auf die Genießer – nur dem jungen Mann dürften sie nicht zusagen. WEINFRANZ.AT  |  NOEN
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VON CHRISTIAN BAYR

Die Hitzewelle der vergangenen Tage hat es möglich gemacht: Gute zwei Wochen früher als sonst, also bereits in den nächsten Tagen, wird im Mostviertel mit der Ernte der Mostbirnen und -äpfel begonnen. Alles deutet nicht nur auf eine überdurchschnittlich große Ernte hin, auch die Qualität der Grundprodukte verspricht nach Meinung von Obstexperten ganz hervorragend zu sein.

Andreas Ennser, Obstbaureferent der Landwirtschaftskammer Amstetten, geht von einer Ernte von rund 15.000 Tonnen aus. Rund zwei Drittel davon entfallen dabei auf die Mostbirnen, der Rest auf Äpfel. Ennser: „Im Vorjahr hatten wir eine katastrophale Ernte, 2009 war sie so groß wie nie. Heuer werden wir voraussichtlich über dem jahrelangen Durchschnitt liegen.“

Natürlich habe sich, so Ennser, die Hitze der vergangenen Tage positiv ausgewirkt, generell sei es aber bei diesem Obst so, dass auf ein gutes ein schlechteres Jahr folge und umgekehrt: „Interessant ist allerdings, dass die Obstbäume auf extreme Klimaereignisse – wie etwa einer längeren Dürreperiode – erst im übernächsten Jahr reagieren. Generell sind heuer auch viele Apfelsorten und die Zwetschken zwei Wochen früher reif als sonst.“

Beim Most gibt es mittlerweile eine große Geschmacks- und Sortenvielfalt, die im Mostviertel bewusst gepflegt werden.

Ennser: „Seit einigen Jahren kommen beim Konsumenten die reinsortigen Birnenmoste besonders gut an. Während die Rote Bichlbirne Aromen von Waldbeeren entwickelt, duftet die Dorschbirne nach Holunder.“

Den größten Anteil – weit mehr als 60 Prozent – macht allerdings die Speckbirne aus, die für frische, fruchtig-milde Moste sorgt, auch wenn der Name anderes vermuten ließe.

Toni Distelberger, einer der In i  tiatoren des niederösterreichischen „Most-Wunders“, zeigt sich für die Ernte ebenfalls äußerst optimistisch: „Alle Indikatoren weisen darauf hin, dass wir heuer besonders gutes Obst ernten werden. Unsere Strategie, auf den Ausbau sortenreiner und besonders jugendlich-frischer Moste zu setzen, geht voll auf.“ Zwar habe man, wie in Oberösterreich auch, mit dem Ausbau in Holzfässern experimentiert, aber die eher breiteren Moste seien nicht so gut angekommen.

Generell rät Distelberger, Moste wie junge Weißweine zu behandeln: „Man sollte sie gekühlt mit rund sechs bis sieben Grad trinken. Zur Lagerung empfehlen sich kühle, dunkle Räume, im Idealfall ein Keller. Natürlich kann man dem Most problemlos ein Jahr lang lagern, aber am besten schmeckt er frisch.“

Am kommenden Wochenende startet im Mostviertel übrigens der traditionelle Most-Herbst.

 www.jungspund.at

 www.moststrasse.at

    www.mostrezepte.at

 www.mostviertler-birnmost.at