Erstellt am 24. Oktober 2011, 00:00

Im Olymp der Köche. GAULT MILLAU / Thomas Dorfer erringt für seine Schwiegermutter Lisl Wagner-Bacher 3 Hauben.

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VON CHRISTIAN BAYR

Und wieder haben die Köche ihre Hauben aufgesetzt (bekommen): Im eben erschienen Gas tronomieführer Gault Millau 2012 bleiben die ganz großen Sensa tionen aber aus.

Thomas Dorfer (seit heuer alleiniger Küchenchef in Landhaus Bacher in Mautern) hat seiner Schwiegermutter Lisl Wagner-Bacher keine Schande bereitet und deren drei Hauben (18 von 20 Punkten) halten können.

Das Wichtigste ist, dass die  Restaurants ausgebucht sind

Damit bleibt das kulinarische Dream-Team in Mautern die Nummer eins in Niederösterreich. Entsprechend groß ist natürlich die Erleichterung. Thomas Dorfer: „Natürlich bin ich sehr glücklich, dass ich die Bewertung des Vorjahres halten konnte, die Kritik was ja auch wirklich äußerst positiv. Das ist eine tolle Bestätigung für unsere gute Arbeit. Aber das Wichtigste ist ja ohnehin, dass unser Restaurant ausgebucht ist.“

Weniger gut erging es diesmal Heinz Hanner aus Mayerling: Die Kritiker beurteilten seine Küchenleistung offensichtlich weniger wohlwollend als gewohnt und vergaben nur mehr 17 von 20 Punkten an das „Hanner“ in Mayerling, um einen weniger als in den vergangenen Jahren. Auch Adi Bittermann in Göttlesbrunn verlor einen Punkt (jetzt 15 von 20), gleich seine zweite Haube verlor das Gasthaus Schmutzer in Winzendorf.

Ebenfalls Punkte und Hauben verlustig gingen der Laabnerhof in Laaben (von 14 auf 12,5 Punkte) und die Galerie in St. Pölten mit der gleichen Bewertung.

Toni Mörwald hingegen schaffte für sein Restaurant im Kloster Und den Sprung von der zweiten auf die dritten Haube (jetzt 17 von 20 Punkten). Erstmals eine Haube gibt es für den Heurigenhof Bründlmayer in Langenlois (14 von 20 Punkten). Je einen Punkt (auf 14) zulegen konnten auch das Landhaus Stift Ardagger, die Brasserie Late in Krems-Stein und das Restaurant Heinzle in Weißenkirchen.

Spektakulärster Neueinstieg  ist das Restaurant „La Pura“

Den spektakulärsten Neueinstieg schaffte das Restaurant „La Pura“ im gleichnamigen Frauen-Wellnessresort in Gars am Kamp. Küchenchef Dominik Stolzer errang auf Anhieb zwei Hauben (15 Punkte). Souschef Ruben Baumgart zeigt sich entsprechend erfreut: „Unsere Küche setzt nicht nur auf Regiona lität, wir sind auch bio-zertifiziert. Unsere Küche ist klassisch, aber wird modern interpretiert.“

Neu eingestiegen im Hauben-Ranking ist übrigens auch das Restaurant zur Linde in Laaben mit 14 Punkten und einer Haube.

Insgesamt verfügen Niederösterreichs Spitzenrestaurants jetzt über 89 Hauben.

Trotz der vielen Bekenntnisse heimischer Köche zur Regionalität findet Gault-Millau-Herausgeber Kari Hohenlohe auch kritische Worte: „Regionalität hat sich in Österreichs Gastronomie mittlerweile vom geflügelten Wort zu einem nicht mehr hinterfragten Standard entwickelt. Regionaler Geschmack darf aber nicht zum Klischee werden, sondern er muss entsprechend nachvollziehbar sein.“

Lisl Wagner-Bacher und Schwieger-

sohn Thomas

Dorfer. Der neue

Küchenchef hielt

die drei Hauben der Schwiegermutter.

HERBERT LEHMANN