Erstellt am 03. Oktober 2011, 00:00

Käfigverbot in 3 Monaten. EIER / In Österreich sind Käfige für Legehennen seit 2009 verboten, ab 2012 gilt das Verbot herkömmlicher Käfige EU-weit. Niederösterreichs Eierbauern hoffen auf bessere Wettbewerbsbedingungen.

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Das bereits seit 2009 in Österreich geltende Haltungsverbot von Legehennen in Käfigen soll nun mit dreijähriger Verzögerung 2012 in allen EU-Staaten kommen. Ein wichtiger Schritt, stehen die heimischen Eierbauern durch ausländische Billigkäfigeier doch gehörig unter Druck. Im Gegensatz zu Österreich darf man in anderen EU-Staaten weiterhin Legehennen in modifizierten Käfigen halten.

Österreichs Eierbauern  investierten 100 Millionen €
Österreichs Eierbauern investierten 100 Millionen Euro für neue tierfreundliche Stallungen. Jedes vierte verspeiste Ei kann auf einen Stammbaum aus Niederösterreich verweisen, wo von ca. 350 Eierbauern 1,76 Millionen Legehennen gehalten werden. Damit liegt NÖ in der österreichischen „Eiertabelle“ nach der Steiermark an zweiter Stelle.

Durch den „Österreichpatriotismus“ beim Eierkauf gebührt den Konsumenten und dem Lebensmittelhandel besonderer Dank. Nur durch ihr Vertrauen wurde es möglich, dass in Österreich wieder annähernd so viele Legehennen wie vor dem Käfigverbot gehalten werden können.

Entscheidungshilfe beim Kauf  ist die Kennzeichnung am Ei
Eine wesentliche Hilfestellung für den Konsumenten beim Eierkauf ist die Kennzeichnung am Ei, welche über Herkunftsland und Haltungsform informiert.

Der Eierverbrauch in Österreich unterliegt einem breiten Spektrum. Werden 34 Prozent der Eier über den Lebensmittelhandel abgesetzt, so wird ein beachtlicher Teil von zusammen 62 Prozent der Eier von Gastronomie und Ei-Verarbeitungsbetrieben benötigt.

Ca. 25 Prozent des heimischen Eierbedarfes werden durch ausländische Eier – meist Billigkäfigeier – abgedeckt. Nicht deshalb, weil Österreichs Bauern diese Eier nicht erzeugen könnten, sondern weil die Käufer die geringfügig billigeren ausländischen Käfigeier gegenüber den heimischen Eiern aus tierfreundlichen Haltungsformen bevorzugen. Diese 25 Prozent entsprechen einer Menge von 250 Millionen Eiern, welche von 1,8 Millionen Hennen gelegt werden.

Nachfrage schafft Angebot 
Haben die Konsumenten beim Eierkauf die Möglichkeit, sich über die Kennzeichnung für Herkunftsland und Haltungsform zu entscheiden, müssen sie diesbezüglich ihren Gastronomen vertrauen, welche Eier dieser für Schnitzerl & Co. verwendet. Unter dem Motto „Nachfrage schafft Angebot“ kann ein beherztes Nachfragen, woher und aus welcher Haltungsform die verwendeten Eier stammen, zu einer Sensibilisierung führen.

Keine Auslobung –  meist unklare Herkunft
Für viele Hersteller von Verarbeitungsprodukten mit Eianteil, wie z. B. für Nudeln und Backwaren, ist der Einsatz von Eiern aus tierfreundlichen Haltungsformen ein wichtiges Qualitätskriterium, welches auch auf den Verpackungen ausgewiesen wird.

Für die Auslobung der Haltungsform auf den Verpackungen für Verarbeitungsprodukte mit Eianteil gibt es keine gesetzliche Verpflichtung. Erfolgt keine Haltungsformauslobung, kann man davon ausgehen, dass das Produkt Billigkäfigeier beinhaltet. Auch hier kann man als Konsument durch eine bewusste Kaufentscheidung für Ei-Verarbeitungsprodukte mit Eiern aus tierfreundlichen Haltungsformen einen wichtigen Beitrag leisten.