Erstellt am 14. November 2011, 00:00

Kakao gegen die Winter- Depression. TRINKSCHOKOLADE /  In der kalten Jahreszeit boomt das warme Getränk, das Leben verlängert.

VON CHRISTIAN BAYR

Für den einen ist es nur ein süßes Heißgetränk, für den anderen das Tor zum siebenten Himmel. Kakao lässt eigentlich niemanden kalt, vor allem nicht jetzt, in der kalten Jahreszeit. Aber egal ob heiß, mit oder ohne Alkohol oder auch kalt aus dem Tetrapack – die Kakaobohne hat echtes Sucht-Potenzial.

Kakao eignet sich bekanntermaßen aber nicht nur zum puren Genuss, sondern auch zur Aromatisierung. Vanille und Zimt harmonieren sehr gut mit den Aromen der „Schoko-Pflanze“, aber auch Chili wird heute immer öfters dafür verwendet.

Mit Weinbrand, Wodka, Rum  oder sogar mit Eigelb

Besonders beliebt sind – gerade zur Zeit der Adventmärkte – die Varianten mit Spirituosen, wobei sich vor allem Weinbrand, Wodka oder Rum hervorragend zum Mischen eignen. Und manchmal wird der Kakao mit Eigelb versehen.

Der Kakaobaum stammt ursprünglich aus Mittelamerika, erste Funde aus der Zeit um 1100 vor Christus wurden in Honduras gemacht. Ursprünglich wurde allerdings nicht die Kakaobohne genutzt, sondern das zuckerhältige Fruchtfleisch, das zu einem alkoholhaltigen Getränk vergoren wurde.

Bei den Azteken galt die Kakaopflanze (die eigentlich ein Baum ist) sogar als heilig. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde dann begonnen, auch in Südamerika und anderen Tropenländern großflächig mit der Kakaoproduktion zu beginnen. Größtes Anbauland ist heute allerdings die Elfenbeinküste.

Jede der rund 500 Gramm schweren Samenbehälter des Kakaobaumes enthält zwischen 25 und 50 Bohnen. Die Früchte werden mit der Machete aufgeschlagen und zum Trocknen auf Bananenblätter gebreitet.

Das zuckerhältige Fruchtfleisch beginnt in der Sonne zu gären, die Keimung wird durch den entstehenden Alkohol gestoppt und reduziert die Bitterstoffe. In zehn Tagen trocknen die Bohnen dann in der Sonne, wobei sie die Hälfte des ursprünglichen Gewichts verlieren.

Kakao schmeckt übrigens nicht nur sehr gut, er kann auch mithelfen, der Winterdepression vorzubeugen. Gerade im November fühlen sich bekanntlich viele Menschen wegen der nachlassenden Sonnenstrahlung müde, traurig und lustlos.

Heiße Schokolade liefert  Serotonin und Vitamin D

Eine heiße Schokolade mit dunklem Kakaopulver und einem Schuss Vanille sorgt dabei nicht nur für ein Ansteigen des Serotonin-Spiegels, sondern auch für Vitamin D, das der Körper im Winter besonders dringend notwendig hat.

Einer holländischen Studie zufolge kann regelmäßiger Kakaogenuss sogar das Leben verlängern: Laut einer Langzeitstudie unter Männern, die zu Studienbeginn 70 Jahre alt waren, lebten nach 15 Jahren noch 24 Prozent der Kakao-Abstinenzler, aber immerhin 43 Prozent jener Männer, die mehr als 2,3 Gramm Kakao pro Tag zu sich nahmen. Hauptgrund dafür ist eine offensichtlich nachweisbare blutdrucksenkende und herzstärkende Wirkung der im Kakao reichlich enthaltenen Flavonoide.