Erstellt am 11. April 2011, 07:58

Kein fauler Apfel. FRUCHTWELTEN / Saftproduzent und Schnapsbrenner Andreas Sederl baut seinen Betrieb aus. Die jährliche Produktion liegt bei 170.000 Liter.

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VON CHRISTIAN BAYR

Seit mittlerweile 19 Jahren stellt Andreas Sederl Fruchtsäfte im familieneigenen Betrieb in Zweiersdorf am Fuß der Hohen Wand her. Mit Gattin Doris steht der zweifache Familienvater für eine ganz einfache Philosophie: „Wir setzen auf Natur pur und hundertprozentige Ehrlichkeit.“
Samstag wurde Sederls neues, vierhundert Quadratmeter großes Betriebsgebäude eröffnet, in dem meist Fruchtsäfte produziert werden, aber auch ein Kühltanklager steht. Zwei Drittel der Produktion sind Fruchtsäfte, weitere 15 Prozent Moste, der Rest Destillate.

Worauf es bei guten Fruchtsäfte ankommt? Sederl: „Das Wichtigste ist einwandfreies, unbeschädigtes Obst höchster Qualität. Und natürlich muss man bei der Verarbeitung großen Wert auf Sauberkeit und Hygiene legen.“ Und das gilt für alle 170.000 Liter hier produzierten Saft.
Sederl achtet auf die heimische Herkunft der Produkte: „Wir arbeiten schon seit längerem mit Vertragsproduzenten, die nach unseren Qualitätskriterien produzieren. Entscheidend ist da ein fairer Preis, wir bezahlen deutlich über dem Marktniveau.“ Je ein Drittel der Säfte vermarktet Sederl über die Gastronomie, über den Ab-Hof-Verkauf und über Händler in ganz Österreich. Den Exportanteil will er von acht auf zwanzig Prozent steigern.

Der Großteil der Grundprodukte für die klassischen Sorten wie Apfel und Birne kommt aus dem Inland, knapp die Hälfte davon aus Niederösterreich, der Rest aus der Steiermark. Lediglich Himbeeren oder Weichseln stammen aus Ungarn. Qualität hat natürlich auch ihren Preis.
„Der Konsument akzeptiert nur noch Top-Qualität. Wie lassen uns daher auch keinen faulen Apfel mehr verkaufen.“

Wachstumspotenzial sieht Sederl im Bio-Bereich. Renner ist nach wie vor der Apfelsaft, aber Mixturen mit Karotte, Himbeere oder Weichsel sind im Kommen. Dazu gibt’s vier Moste (Apfelmost der Sorte Kronprinz-Rudolf wurde eben Landessieger) und ein Birnen-Cyder.
Sederl setzt in der Verpackung auf Innovation: So hat er eine 3-Liter „Fruchtbox“ aus Tetrapack entwickelt, in dessen Inneren sich ein Beutel befindet. Dank eines Zapfhahnes bleibt der Saft auch ungekühlt bis zu drei Monaten frisch. Daneben hat Sederl gerade ein Fruchtsaftbuch mit dem Titel „Saftig“ (Agrarverlag) herausgebracht und eine Fruchtsaft-Erlebniswelt mit kindgerechtem Lehrpfad angelegt.