Erstellt am 05. März 2012, 00:00

Keine Krankheiten. STICH /  Impfungen sollen Krankheiten verhindern. Vor allem bei Kindern. Vonseiten der Eltern gibt es aber viele Ängste.

VON CHRISTINE HAIDERER

„Das Impfen – insbesondere bei Kindern – ist eine ganz wichtige Präventionsmaßnahme, die durch nichts zu ersetzen ist“, betont Karl Zwiauer, der Initiator des NÖ Impftages, einer Fortbildung für Ärzte und Apotheker.

Dennoch: „Es gibt viel Verunsicherung und viele Ängste“, so der Leiter der Kinder- und Jugendabteilung am Landesklinikum St. Pölten. Zum Beispiel davor, dass Impfungen Allergien auslösen könnten. Das jedoch schließen zahlreiche Studien aus. Beispiel: „Bei Masern, Mumps, Perkussis ist keinerlei Zusammenhang mit der Erhöhung der Allergierate festzustellen.“ Auch bei neurologischen Erkrankungen gibt es keinen kausalen Zusammenhang. Und zur Befürchtung, dass Impfungen das Immunsystem überfordern könnten und den Sechsfach-Impfstoff meint Zwiauer: „Die gemeinsame Verimpfung ist wahrscheinlich schonender als würde man jeden Impfstoff einzeln verimpfen.“ Zu einer weiteren Angst meint Dietmar Baumgartner, Impfreferent der NÖ Ärztekammer: „Es werden Impfungen auch als chemische Keulen angesehen, was sie nicht sind.“

Den Ängsten der Eltern gegenüber stehen die Vorteile von Impfungen. Sie beugen Krankheiten vor. „Sie sind sehr effizient“, so Christian Müller-Uri, Präsident des österreichischen Apothekerverbandes. Und sie haben eine hohe Wirksamkeit.

Neu: Meningokokken  & Pneumokokken

Im kostenlosen Impfprogramm für Kinder gibt es heuer zwei neue Impfungen. Die gegen Pneumokokken wurde nun auf alle Kinder ausgeweitet. Immerhin: „Sieben von hundert Kindern sterben, wenn sie eine invasive Pneumokokkenerkrankung erleiden“, so Pamela Rendi-Wagner, Leiterin der Sektion III im Gesundheitsministerium. Und neu ist die Impfung gegen Meningokokken. Eine einmalige Dosis für 12-Jährige. Grund dafür: „Wir sehen in den letzten Jahren eindeutig einen Trend zu Serogruppe-C-Fällen.“ Also, zu einer Gruppe von Erkrankungen, die durch Impfung vorgebeugt werden können. Die Sterblichkeit liegt bei 16 Prozent. Neu ist auch die Reduktion der Impfdosen gegen Pneumokokken und des Sechsfachimpfstoffes im Säuglingsalter und der Auffrischungen gegen Diphterie und Tetanus auf eine Dosis (als Vierfachimpfstoff mit Keuchhusten und Kinderlähmung) im Schulalter.

Bisher wurden Über-6-Jährige in der Schule geimpft. Wenn Eltern das aber nicht wollen, ist es seit Herbst aber auch möglich, erläutert NÖ Landessanitätsdirektor Alfred de Martin, „dass der Vertrauensarzt auch in der Ordination impfen darf“ (Aufklärungsblätter & Schulimpfungsinfos: www.bmg.gv.at & www.noel.gv.at ).


IMPFAKTIONEN IN DEN APOTHEKEN
1. Jänner bis 31. Juli: FSME Impfaktion
1. Jänner bis 31. Dezember: Gratis-Kinderimpfaktion NÖ (Diphterie, Tetanus, Pertussis, Haemophilus influenzae Typ B, Hepatitis B, Polio, MMR Masern, Mumps, Röteln, Rotavirus, Meningokokokken, Pneumokokken
1. März bis 30. September: Impfaktion Meningokokken
1. April bis 31. Mai: Hepatitis Impfaktion
1. Mai bis 30. Juni: Auffrischungsimpfaktion (Diphterie, Tetanus, Pertussis, Polio)
 www.apotheker.or.at/noe