Erstellt am 10. März 2013, 15:52

Kinder in Bewegung. Projekt / Wenn Kinder mit Bewegung positive Erfahrungen gemacht haben, lassen sie sich später leichter dazu motivieren.

 |  NOEN
Von Christine Haiderer

Wie können Eltern Bewegung bei ihrem Nachwuchs fördern? In der Wohnung? Im Freien? Worauf müssen sie achten? Welche Bewegung kann man überhaupt mit Kindern machen, die erst ein paar Monate alt sind?

Ein Pilotprojekt, das auf der Babyballschule der Uni Heidelberg basiert und ab Herbst in Wiener Neustadt starten soll, beschäftigt sich genau mit diesen Themen. „Eltern können sich Anregungen holen“, erläutert Bewegungsexperte John Herzog. Im Zentrum stehen altbekannte Spiele und Übungen. Neu ist aber, dass diese Bewegungen mit besonderen Sinneseindrücken verknüpft werden – zum Beispiel Bewegung untermalt von Düften oder Bewegung zu spezieller Musik oder Bewegung mit Sprache. So entstehen schon bei den Kleinsten positive und angenehme Erinnerungen an Bewegung. Will man die Kinder dann später wieder zu Bewegung motivieren, stehen die Chancen gut.

Wie Kinder aufwachsen sollten? Welche Bedeutung Bewegung für sie hat? Damit beschäftigte sich auch der „Bewegte Kindheit“-Kongress in Osnabrück. Bewegungsexperte John Herzog: „Die einhellige Meinung: Gebt den Kindern mehr Raum für Bewegung!“

Das gilt für den tatsächlichen Raum – also mehr Platz in der Wohnung, am Spielplatz und in der Natur zu geben. Es gilt aber auch im zeitlichen Sinn. Jede Woche mehr Zeit für gemeinsame Bewegung mit der Familie einzuplanen. Mehr Raum bedeutet aber auch, mehr Raum für vielleicht für Eltern unerfreuliche Dinge zu geben, wie Raufen, leichte Verletzungen …

In diesem Zusammenhang gibt es übrigens einen Ansatz aus Norwegen: „Mehr Mut zu Risiko.“ Wobei hier Risiko nicht mit Gefahr verwechselt werden darf. Spielen darf nicht gefährlich sein. Aber die Kanten des Tisches müssen nicht mit Schaumstoffecken verkleidet werden, das Klettern auf Bäume muss nicht verboten werden … „Wir erlauben den Kindern wieder zu klettern und natürlich aufzuwachsen“, so Herzog von der Argef (Arbeitsgemeinschaft Gesundheitsförderung) in Wiener Neustadt, die sich mit diesen Themen beschäftigt. Um sich dem Risiko bewusst zu werden.

www.argef.at