Erstellt am 13. September 2010, 00:00

Knolle mit Bedeutung. Zum dritten Mal wird am 18. September der „Tag des Erdapfels“ gefeiert, um auf die wichtige Bedeutung der vitaminreichen Knolle in unserer Ernährung hinzuweisen.

Familie Zörnpfennig aus dem Marchfeld produziert seit über 30 Jahren Erdäpfel.  |  NOEN
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Über 80 Prozent aller in Österreich produzierten Erdäpfel stammen aus Niederösterreich. Zwei Betriebe stellen sich vor:

Familie Zörnpfennig aus dem Marchfeld produziert seit über 30 Jahren Erdäpfe. Auf 15 Hektar werden auf ihren Feldern rund um Aderklaa Erdäpfel angebaut. 7 Hektar davon sind sogenannte Verarbeitungskartoffel – sie werden zu Chips und Pommes frites verarbeitet. Auf den restlichen 8 Hektar wachsen Speisekartoffeln, die alle direkt vermarktet werden. Die Hauptsorten sind Annabell, Erika, Tosca und Ditta und einige Frühsorten als Heurige. Neben Erdäpfeln werden im Hofladen auch noch saisonales Obst und Gemüse sowie Wein, Fruchtsäfte, Marmeladen, Eingelegtes, Teigwaren, Honig und Schmankerln aus der Region angeboten.

„Durch die Regenfälle war

gesunde Ernte schwierig“

Heuer war es durch die vielen Regenfälle oft schwierig, die Erdäpfelbestände gesund zu erhalten, so Manfred Zörnpfennig.

Dafür musste aber nicht so viel bewässert werden. Die Marchfelder Sandböden sind zwar gut für die Erdäpfelproduktion geeignet, können allerdings Wasser nicht lange speichern. Es ist daher in vielen Jahren nötig, zu beregnen. Vor allem das Verlegen der Bewässerungsrohre ist viel Arbeit, weiß Tochter Carina, die nach Abschluss ihrer landwirtschaftlichen Ausbildung auch in den elterlichen Betrieb eingestiegen ist.

Auch bei Familie Scharitzer hilft die ganze Familie mit: Ihr Betrieb liegt im Waldviertel in Niederstrahlbach in der Nähe von Zwettl. Es werden Erdäpfel auf 16 Hektar produziert, der Großteil davon sind übrigens Speiseerdäpfel der Sorte Ditta für die Firma Pfanni.

Stärkekartoffeln werden in die Stärkekartoffelfabrik Gmünd geliefert, wo daraus Kartoffelstärke gemacht wird. Aber auch Verarbeitungskartoffeln werden produziert, die ebenfalls in Gmünd zu Pürree und zu anderen Erdäpfelprodukten weiterverarbeitet werden. Im Moment ist die Haupternte gerade voll im Gange. „Bei schönem Wetter macht die Arbeit Spaß“, erzählt Marianne Scharitzer, aber auch heuer gab es schon einige Tage, an denen „in der Früh beim Rausfahren alles weiß vom Raureif war.“

Da Speiseerdäpfel keinen Frost vertragen, muss nun jeder Tag genutzt werden, um die Knollen rasch aus dem Boden zu bekommen.

Nachdem die KonsumentInnen heutzutage überwiegend nur optisch einwandfreie Ware nachfragen, ist es in manchen Gebieten des Waldviertels auf bestimmten Böden – nicht zuletzt wegen des hohen Anteils an Steinen – schwer geworden, Erdäpfel für das Qualitätssegment zu produzieren.

Betriebe, wie jener der Familie Scharitzer, beweisen aber hinlänglich, dass das Waldviertel in Sachen Erdäpfelproduktion immer noch eine wesentliche Bedeutung hat.

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