Erstellt am 04. Juli 2011, 07:55

Köstliche Begleiter. NATUR / Kräuterpfarrer Benedikt von Stift Geras möchte dazu ermutigen, heimische Heilpflanzen wieder kennen zu lernen.

 |  NOEN, moni2011

VON CHRISTINE HAIDERER

Nicht erst, wenn der Bauch schon zwickt, der Kopf wehtut, soll man zu Heilkräutern greifen. Sondern schon vorher. Um gesund zu bleiben.

„Heilkräuter sind für mich so etwas wie ein wertvoller Einrichtungsgegenstand fürs Leben, etwas, das mich begleitet, das mir hilft“, erzählt Kräuterpfarrer Benedikt. Und damit sollen Kräuter nichts Einmaliges sein, sondern ein Begleiter – wie der Schnittlauch in der Suppe. Bei akuten und schweren Krankheiten soll man übrigens zum Arzt gehen. „Sie sollen keine Konkurrenz zur allgemeinen Medizin darstellen“, sondern auch hier „die Medizin begleiten“, so der ehemalige Mitarbeiter von Kräuterpfarrer Weidinger. Welche die richtigen Kräuter sind, das ist für jeden verschieden. „Jeder Mensch soll selbst herausfinden, welche Pflanze ihm zu Gesicht steht“, sagt der Prior von Stift Geras, der die Menschen ermutigen möchte, die oft übersehenen Heilkräuter wieder wahrzunehmen und Erfahrungen damit zu sammeln. Wieder an die Pflanzen, die Natur, die Schöpfung zu denken. „Es ist ein Geschenk.“

Die Auseinandersetzung  bietet noch mehr

Nicht nur aufgrund ihrer offensichtlichen Wirkungen. Heilkräuter – zum Beispiel sehr große (wie Fichte oder Tanne) – können auch dabei helfen herauszufinden, wie man mit dem Leben umgehen kann. Ein Baum zum Beispiel kann nicht flüchten. „Er muss sich jedem Sturm, jedem Gewitter, jedem Raureif stellen.“ Dabei kann er auch brechen. „Aber es gibt Momente, in denen er wieder austreibt und weiterwächst.“ Auch der Mensch muss schlechte Zeiten erleben. Aber er kann das Leben annehmen. Und annehmen, wie er ist. „Allein das Betrachten der Heilpflanzen kann helfen, heiler zu werden, ruhiger zu werden, mehr Selbstvertrauen zu haben.“ Schon in alten Lehren, wie von Paracelsus, geht es nicht nur um die pure Wirkung der Pflanzen, sondern etwa auch darum, dass alle Lebewesen in einem Bezug untereinander und gleichzeitig zum gesamten Universum stehen.

Tipp: Ab nächster Woche wird Kräuterpfarrer Benedikt im grünen Serviceteil Ihrer NÖN-Lokalausgabe jede Woche Kräutertipps geben.