Erstellt am 17. Oktober 2011, 00:00

Köstliche Maroni. HEISSE DELIKATESSE / Die Edelkastanien sind schmackhaft und dabei relativ kalorienarm.

 |  NOEN

VON CHRISTIAN BAYR

Wenn im Spätherbst landauf landab die Maronibrater ihr „heißes“ Werk verrichten, dann spürt man, dass Weihnachten nicht mehr allzu fern ist. Die beliebte Edelkastanie schmeckt aber nicht nur beim Maronibrater in der klirrenden Kälte, sondern passt auch hervorragend zu Wild- und Geflügelgerichten sowie Süßspeisen.

Wer sie aber zu Hause möglichst frisch zubereiten will, sollte sie gründlich samt Schale waschen und vor dem Zubereiten im Backrohr eine Stunde lang im Wasser einweichen. Nach dem Einschneiden der Schale kocht man sie sechs Minuten lange vor, ehe man sie in das (auf 220 Grad vorgeheizte) Backrohr auf das bereits heiße Blech legt und bei gut 160 Grad rund 25 Minuten brät. Die heißen Maroni am Schluss noch kurz mit einem sehr feuchten Geschirrtuch abdecken, damit die Schale noch ein bisschen besser aufspringen kann.

Kalorienarm und  von innen wärmend

 

Frisch gebratene Maroni sind (man glaubt es kaum) auch relativ kalorienarm (rund 210 kcal/100 g), reich an Vitamin B und C, Magnesium und Phosphor. Der hohe Kohlenhydratgehalt unterscheidet die Edelkastanien von anderen Nüssen, die doppelt so viele Kalorien haben. Der Fettgehalt liegt bei bescheidenen zwei Prozent.

Die traditionelle chinesische Medizin zählt Maroni zu den idealen Winterlebensmitteln, die den Körper von innen wärmen und die Nieren stärken.

Generell sind Maroni sehr vielseitig in der Küche einsetzbar. Als Halbfertigprodukte werden geschälte Maroni ebenso angeboten wie in Form von Maronipüree oder Maronireis. Beliebt sind auch die in Zuckersirup gekochten, kandierten Maroni, die sowohl in der süßen als auch in der sauren Küche, etwa zum Gansl, Verwendung finden.

Daneben wird aus getrockneten und geschälten Kastanien auch ein eigenes Mehl hergestellt, das wiederum die Basis für Gnocchi, Pasta, Brot, Polenta und Gebäck bildet. In Frankreich und Italien wird aus Kastanien Likör hergestellt, auf Korsika und in der Schweiz auch Bier. Bernsteinfarben und sehr aromatisch ist der Kastanienhonig. In Spanien und Süditalien werden Kastanien traditionell für die Schweinemast verwendet, was der im Anschluss produzierten Salami ein besonderes Aroma verleiht.

Edelkastanien sind übrigens sommergrüne Bäume, die bis zu 35 Meter hoch werden. Vom Mittelalter bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts waren Maroni für die Bevölkerung Südeuropas eines der Hauptnahrungsmittel. Das Holz des Kastanienbaums wird aber auch häufig in der Möbelproduktion eingesetzt, und die kleineren Bäume werden auch zu Wein- und Likörfässern verarbeitet.